MERENBERG-REICHENBORN. Mit dem Signal „Feuerwehr komm schnell herbei, es brennt, es brennt“ hat Hornist Volker Bußweiler an die Alarmierung zum Brandeinsatz im Jahr 1925 erinnert und damit den Festkommers anlässlich 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Reichenborn eingeleitet ...
Freiwillige Feuerwehr Reichenborn feiert ihr Jubiläum mit einem Festkommers / Ehrungen für treue Mitglieder
Von Margit Bach
Der Vorsitzende Manfred Jung begrüßte Bürgermeister Oliver Jung (SPD), den Vorsitzenden der Gemeindevertretung Friedhelm Meuser (SPD), Ortsvorsteher Armin Beck sowie den Wehrführerausschuss Merenbergs mit Gemeindebrandinspektor Lars Hoffmann und seinem Stellvertreter Mario Leuninger. Vom Regierungspräsidium Gießen war Sven Holland, Dezernent für Brandschutz, Katastrophenschutz und Zivile Verteidigung, gekommen, weiterhin waren anwesend Landrat Michael Köberle (CDU), Kreisbrandinspektor Frederik Stahl, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands Thomas Schmidt und der Ehrenvorsitzende Franz-Josef Sehr, die Landtagsabgeordneten Tobias Eckert (SPD) und Andreas Hofmeister (CDU), Hedi Sehr und Josef Knuth Dahlen von der Notfallseelsorge, weiterhin befreundete Wehren sowie Vertreter der heimischen Vereine.
Gründung der Wehr „beim Maik im Wohnzimmer“
Durch den Abend führte Manfred Jung gemeinsam mit Wehrführer Nils Bussweiler, der Laura Becker für die Restaurierung des alten Schlauchwagens dankte, Jürgen Herget für die Instandsetzung der Kleinmotorspritze und Christian Klärner für die tatkräftige Unterstützung bei der Erstellung der Festschrift. Den Schlauchwagen und die Motorspritze konnten die Festgäste zusammen mit alten Chroniken in einer kleinen Ausstellung im Zelt bestaunen.
Wer sich in Reichenborn auskenne, der wisse, dass Feuerwehrkamerad Maik Meuser – auch „Asslersch Maik“ genannt – ein Nachkomme aus der Gastwirtschaft Assler sei, erzählte der Wehrführer. Und da Maik mit seiner Familie in der ehemaligen Gastwirtschaft wohne, habe die Gründung der Wehr sozusagen „beim Maik im Wohnzimmer“ stattgefunden. Die Wehr als fester Bestandteil in Reichenborn bringe Leben ins Dorf und unter allen Vereinen herrsche eine enge Zusammenarbeit, wurde vorgetragen. „Wir sind stolz auf das Erreichte und voller Zuversicht für die Zukunft“, so Nils Bussweiler. Auch allen Helfern im Hintergrund gelte der Dank.
„Ein Jahrhundert Feuerwehrgeschichte ist nicht nur ein beeindruckendes Jubiläum, sondern auch ein Stück Zeitgeschichte“, sagte Bürgermeister Oliver Jung. Zurückblickend auf die Gründung 1925 zeige sich eine Zeit, die von Zusammenhalt geprägt war, von der Bereitschaft der Menschen, füreinander einzustehen und von dem Bewusstsein, dass große Herausforderungen nur gemeinsam gemeistert werden könnten. „Genau dieses Bewusstsein lebt bis heute in Ihrer Feuerwehr fort“, sagte er. Die Feuerwehr stehe wie kaum eine andere Institution für Werte, die in einer Dorfgemeinschaft unverzichtbar seien: Hilfsbereitschaft, Verlässlichkeit, Kameradschaft und Opferbereitschaft. Und er dankte allen dafür, dass sie ihr Leben für die Gemeinschaft einsetzen würden, sowie auch deren Familien.
Namens der Ortsteilwehren gratulierte Lars Hofmann, für den Ortsbeirat Armin Beck. Thomas Schmidt machte darauf aufmerksam, dass im Festzelt fünf Wehrführer aus dem zurückliegenden Jahrhundert an einem Tisch zusammen säßen. Er erinnerte daran, dass in den 1990er-Jahren das größte Jugendzeltlager aller Zeiten mit 1300 Teilnehmern in Reichenborn stattgefunden habe. Zusammen mit Frederik Stahl und den Worten „kommt immer gesund aus den Einsätzen zurück“ überreichte er den Ehrenteller des Kreisfeuerwehrverbands. Die Grüße und Glückwünsche von Regierungspräsident Christoph Ullrich (CDU) überbrachte Sven Holland.
Aus Drei-Liter-Gießkannen schon mal Bier ausgeschenkt
Landrat Michael Köberle lobte die Kreativität des Vereins, der „auch schon Bier aus Drei-Liter-Gießkannen ausgeschenkt“ habe. Und er sagte, dass das Thema „Katastrophenschutz“ so aktuell sei wie in den letzten 50 Jahren nicht. Knapp 3000 Kameraden hätten beispielsweise die Folgen von Starkregenfällen zu bewältigen. Dankbarkeit und Stolz auf das bisher Geleistete sprachen Tobias Eckert und Andreas Hofmeister aus.
Auch Ehrungen standen an: Vom nassauischen Feuerwehrverband wurde Armin Beck mit der höchsten Ehrung, der Ehrenmedaille in Gold, ausgezeichnet. Ehefrau Heide erhielt einen Blumenstrauß. Für 40-jährige Mitgliedschaft wurden Jochen Weber, Markus Beck, Holger Bußweiler, Stefan Mitschke, Alex Mitschke, Hans Burghard und Jürgen Hahn geehrt, für 50 Jahre Volker Bußweiler, Arno Herget, Jürgen Herget, Manfred Jung, Manfred Schmidt und Dieter Schäfer, und für 60 Jahre Heinz Meuser, Lothar Vorländer und Bernd Schäfer.
Das Rahmenprogramm wurde von den Tanzgruppen „Funky Stars“ und „Mojitos“ sowie der Reiterbläsergruppe Merenberg und dem Chor „New Generation“ gestaltet.
Bild: Auch Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft werden vorgenommen. Zum Abschluss gibt es ein Gruppenfoto zur Erinnerung. Fotos: Margit Bach
Bild: Vom Regierungspräsidium überbringt Sven Holland (von links) die Glückwünsche des Regierungspräsidenten Christoph Ullrich und überreicht einen Ehrenteller an den Vorsitzenden Manfred Jung und Wehrführer Nils Bussweiler im Beisein von Landrat Michael Köberle. Fotos: Petra Schramm
Bild: Die „Funky Stars" zeigen einen atemberaubenden Tanzauftritt. Fotos: Petra Schrammm
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