MENGERSKIRCHEN-WINKELS. Dass die eigene Heimat viel mehr ist als nur ein Ort – nämlich Erinnerungen, Düfte und vor allem Klänge – hat das Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Winkels am Wochenende eindrucksvoll bewiesen ...

Jahreskonzert der Freiwilligen Feuerwehr Winkels lädt ein zu einer musikalischen Reise voller Heimatgefühl

Von Hannah Rösen

Unter dem Motto „Heimatklänge“ stand das traditionelle Jahreskonzert 2025 im Bürgerhaus, bei dem neben dem Stammorchester auch die Jugend unter der Leitung von Monika Schwarz musizierte.

Prächtig begann das Jugendblasorchester mit dem energischen „March Majestic“, spielte dann das berühmte Titelthema der „Muppet Show“, „Summer Nights“ aus dem Musical „Grease“ sowie „Summernight Rock“ von Steve McMillan. Während der Zugabe „La Bamba“ lieferte Franziska Seitz ein beeindruckendes Saxofonsolo.

Der Auftakt des Stammorchesters war mit einer Menge Dramatik verbunden. Nach Hans van der Heides Komposition „Festival Overture“ widmete selbst Lukas Oberbauer als Dirigent seinen Musizierenden einen Applaus.

Den Rucksack gepackt für eine „musikalische Wanderung“ hatten Franziska Seitz und Marvin Jung, die die Moderation des Abends übernahmen. Weniger Fokus lag auf einem „Spaziergang durch die eintönige Landschaft“. Das Duo hob dafür den Dialekt des „schönsten aller Bundesländer“ hervor und war sich einig: „Eisch find‘ den eischentlich ganz goud.“ Dass „insbesondere die Posaunen glänzen“, kündigte Marvin Jung an, als der „Hessenmarsch“ gespielt wurde. Andreas Guckelsberger, Alexander Horn, Lucas Mallebré und Manuel Reusch leisteten dabei ganze Arbeit an den Blechblasinstrumenten.

Andächtig und würdevoll, aber auch heiter

„Über die Bundeslandgrenzen hinaus“, sollte es mit dem Capriccio „Deutschlandbilder“, einem spielerisch-scherzhaften Stück von Alfred Bösendorfer, gehen. Auf eine andächtige, würdevolle, aber auch heitere Art und Weise gelang es dem Orchester, dem Publikum ein Augenzwinkern zu entlocken. Das darauffolgende Werk: „Ich gehör‘ nur mir“ des Musicals „Elisabeth“, da die Geschichte der Elisabeth von Österreich laut Franziska Seitz zum Kulturgut gehöre. „Du meinst die, die an Weihnachten sämtliche Fernsehzuschauer zum Weinen bringt?“, entgegnete Jung. Mit „Hindenburg – in memoriam Lakehurst, 1937“ vertonten Trompeten, Querflöten und Co. einen weiteren geschichtsträchtigen Moment klangvoll. Während unter anderem die Tenorhörner und Baritone weiterspielten, riefen andere Orchestermitglieder hilflos „Feuer!“. Die verschiedensten Gefühlslagen durchlebten die Zuschauenden somit noch vor der Pause.

Nach dem Stück „Einzug der Gäste auf der Wartburg“, sollte der Weg vorbei an Minnesängern nach Hollywood und schließlich zu einem gemütlichen TV-Abend auf dem Sofa führen. „Westernhagen on Tour“ und die filmreifen Klangwelten von Hans Zimmer wurden nicht ausgelassen.

Ehrung für 60 Jahre aktives Musizieren

Mindestens genauso filmreif war ein weiterer Programmpunkt: Als Obmann des Blasorchesters hatte Sven Hofmann gemeinsam mit Thomas Schmidt, dem Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbands, die Ehre, Georg Ruckes für 60 Jahre aktives Musizieren auszuzeichnen. Gestartet habe Ruckes 1965 an der Trommel im damals noch als Spielmannszug organisierten Orchester und wechselte 1977 auf das Tenorhorn. Sich der Rolle des Getränkewarts angenommen, bezeichneten seine Kollegen „Schorsch“, das Mitglied im Musikausschuss, als „wichtigsten Mann des Orchesters“. Auch dafür, dass der Essensverkauf dieses Abends sichergestellt war, hatten Georg und seine Frau Karin Ruckes gesorgt. Der Aftershow-Party im Anschluss stand nichts mehr im Wege.

Lukas Oberbauer dirigiert das Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Winkels, das bekannte Heimatklänge spielt. Fotos: Hannah RösenBild: Lukas Oberbauer dirigiert das Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Winkels, das bekannte Heimatklänge spielt. Fotos: Hannah Rösen

Im Jugendblasorchester unter der Leitung von Monika Schwarz (rechts) wirkt Franziska Seitz als Solistin. Fotos: Hannah RösenBild: Im Jugendblasorchester unter der Leitung von Monika Schwarz (rechts) wirkt Franziska Seitz als Solistin. Fotos: Hannah Rösen

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