WALDBRUNN-HAUSEN (abv/red). Bei der Freiwilligen Feuerwehr Hausen raucht es nicht, es brennt ...
Einsatzkräfte aus Hausen üben harsche Kritik an Plänen / Ortsvorsteher betont: „Hier wird Dorfleben betrieben“
Das wurde jetzt auf der Jahreshauptversammlung deutlich, auf der es auch um den geplanten Neubau eines Feuerwehrhauses und um die Zusammenlegung der Einsatzkräfte aus Hausen und Fussingen ging. Denn diese Aussicht löst bei den Männern und Frauen in Hausen Alarm aus.
Wie der Vereinsvorsitzende Christian Böcher berichtete, führt die Gemeindeverwaltung seinen Informationen zufolge die Planungen für einen gemeinsamen Neubau für zwei Feuerwehren am Standort Fussingen weiterhin fort, obwohl sich die betroffenen Wehren sowie die Versammlung der Wehrführer gegen eine Zusammenlegung ausgesprochen haben. Dabei würden auch die Gemeindebrandinspektoren die Auffassung vertreten, dass in jedem Ortsteil eine eigene Feuerwehr vorhanden sein sollte.
Erfolgreiche Kinder- und Jugendarbeit
Bürgermeister Peter Blum (parteilos) erklärte dazu, die Planung auf Grundlage eines früher gefassten Beschlusses weiterzuführen, solange keine andere Entscheidung getroffen werde. Er sprach sich für eine Zusammenlegung der Feuerwehren aus. Gegenüber dieser Zeitung erklärte Blum zudem, dass er der Hauser Wehr zugesagt habe, das Feuerwehrhaus in ihrem Ortsteil behalten zu können. Die Gemeinde werde für die Unterhaltskosten aufkommen. Für Zustimmung habe diese Aussicht dennoch nicht geführt. In der Jahreshauptversammlung teilte der Bürgermeister mit, von der Unfallkasse, der seit 14 Monaten Pläne zur Erweiterung der bestehenden Feuerwehrhäuser vorlägen, habe man bis jetzt nichts gehört.
Marc Eisenkopf, Gemeindevertreter für die Bürgerliste Waldbrunn (BLW) und zugleich Ortsvorsteher in Hausen, sprach sich auf der Jahreshauptversammlung gegen eine Zwangszusammenlegung der Feuerwehren aus und dankte allen Mitgliedern der Feuerwehr für ihren Einsatz - sowohl im Einsatzdienst als auch in der Kinder- und Jugendarbeit sowie bei Aktionen für die Dorfgemeinschaft. Es gehe um die Gemeinschaft, betonte Eisenkopf. „Hier wird Dorfleben betrieben.“ Die Zusammenlegung der Feuerwehren könne dies gefährden.
Der CDU-Gemeindevertreter Hans-Josef Wüst plädierte bei der Jahreshauptversammlung für eine bessere Kommunikation zwischen Feuerwehr und Politik und äußerte die Hoffnung, nicht zu Entscheidungen gezwungen zu werden, die sich nachteilig für die Feuerwehren auswirken könnten. Die CDU haben entschieden, die aktuelle Planung und Kostenschätzung abzuwarten und anschließend eine Entscheidung zu treffen. Ein Vertreter der SPD hatte sich bei der Veranstaltung in Hausen entschuldigen lassen.
Bei den Einsatzkräften stößt die Vorstellung einer Zusammenlegung der Feuerwehren indes auf Widerstand. Aus Sicht von Gemeindebrandinspektor Daniel Wolf könnte dies die bestehenden Strukturen gefährden und zum Verlust engagierter Mitglieder führen. Er lobte die Zusammenarbeit über die Gemeindegrenzen hinweg und machte die Bedeutung der Kinder- und Jugendarbeit als „Nachwuchsquelle für die Einsatzabteilungen“ deutlich. Von insgesamt 41 Einsätzen im gesamten Gemeindegebiet berichtete Wolf für das vergangene Jahr.
Unterstützung auch bei gesellschaftlichen Anlässen
Für Hausen gab es Wehrführer Dennis Buß zufolge im letzten Jahr 15 Einsätze. Besonders hob er den Lagerhallenbrand im Oktober hervor, bei dem rund 200 Einsatzkräfte aus zehn Feuerwehren, drei THW-Ortsverbänden, zwei Betreuungszügen und weiteren Organisationen der Gefahrenabwehr im Einsatz waren. Auch die Feuerwehr hatte hier Verluste zu beklagen. Denn bei dem Brand ging Vereinsausstattung im Wert von rund 20.000 Euro verloren, die dort gelagert war. Auf eine Kostenübernahme durch die Versicherung warte der Verein bislang noch, so Vereinsvorsitzender Böcher. Zudem werde für die Ersatzbeschaffungen ein geeigneter Lagerplatz gesucht.
Neben dem Einsatzdienst engagierte sich die Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Hausen auch im vergangenen Jahr bei zahlreichen Veranstaltungen. Auch die Brandschutzerziehung im Kindergarten wurde wieder durchgeführt. Wehrführer Buß dankte den Betreuern der Kinder- und Jugendarbeit, den aktiven Mitgliedern und dem Vorstand für die gute Zusammenarbeit. Da er selbst seit einem Unfall im Feuerwehrdienst im vergangenen September „außer Gefecht“ sei, sprach er seinem Stellvertreter Florian Platt einen besonderen Dank aus, der seither die Aufgaben des Wehrführers hervorragend übernommen habe.
Jugendfeuerwehrwart Torsten Beck berichtete aus der Jugendfeuerwehr, der derzeit zwei Jungen und sieben Mädchen angehören. Die Jugendlichen beteiligten sich unter anderem am Einsammeln der Weihnachtsbäume, an einer Großübung in Waldbrunn, am Zeltlager der Kreisjugendfeuerwehr sowie am Aktionstag der Kinder- und Jugendfeuerwehr. Die Situation der Kinderfeuerwehr stellt Oliver Schäfer vor. Zum Jahresende zählte diese acht Mädchen und zwölf Jungen. Drei Kinder wechselten im Laufe des Jahres in die Jugendfeuerwehr. Die Betreuung übernehmen derzeit zwei Mitglieder der Einsatzabteilung sowie fünf Vereinsmitglieder.
Kassierer Andreas Schneider berichtete über eine ausgeglichene Finanzlage. Im vergangenen Geschäftsjahr wurden unter anderem eine neue Wärmebildkamera und ein Laptop angeschafft, sowie die Sanierung des Springbrunnens vor dem Feuerwehrhaus finanziert. Es war Schneiders letzter Kassenbericht: Nach über 30 Jahren Vorstandsarbeit gab er sein Amt in jüngere Hände ab. In der anschließenden Wahl wurde Marvin Lippeke einstimmig zum neuen Kassierer gewählt. Den hatte Bürgermeister Blum zuvor zum Oberfeuerwehrmann befördert.
DAS LIEGT 2026 AN
Vorsitzender Böcher gab anschließend einen Ausblick auf das Jahr 2026. So soll das Wechselladerfahrzeug, das seit Ende des vergangenen Jahres auf dem Bauhof steht, voraussichtlich erst zur Jahresmitte in Dienst gestellt werden. Die Verwaltung habe ein weiteres Angebot für den Einbau der Sondersignal- und Funkanlage angefordert.
Auf dem Terminplan stehen zudem unter anderem der „Tag der sauberen Landschaft“ am 28. März, das Hof- und Hallenfest am 13. und 14. Juni, die Teilnahme am Jubiläum „125 Jahre Feuerwehr Löhnberg-Niedershausen“ am 21. Juni, die Kirmes in Hausen vom 7. bis 10. August sowie die Fackelwanderung der Kinderfeuerwehr am 12. Dezember.
Bild: Es war der größte Einsatz der Feuerwehr Hausen: der Brand einer Lagerhalle im Ort. Fotos: Freiwillige Feuerwehr Hausen
Bild: Vereinsvorsitzender Christian Bücher (links) und Jugendfeuerwehrwart Torsten Beck (rechts) danken Oliver Schneider, der nach über 30 Jahren Vorstandsarbeit sein Amt in jüngere Hände abgibt. Fotos: Freiwillige Feuerwehr Hausen
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