BRECHEN (red). Die Initiative der Freiwilligen Feuerwehren Oberbrechen, Niederbrechen und Werschau zusammen mit dem DRK-Ortsverein Niederbrechen und der DLRG-Ortsgruppe Brechen-Runkel-Villmar hat die Gemeinde Brechen ein Stück herzsicherer gemacht ...
In Brechen gibt es an öffentlichen Stellen jetzt sieben automatisierte externe Defibrillatoren
Ein plötzlicher Herz-Kreislauf-Stillstand kann jeden treffen – umso wichtiger ist es, schnell und richtig zu handeln.
Im Landkreis Limburg-Weilburg ist seit über einem Jahr zudem das „KatRetter“-System etabliert, wodurch ausgebildete Helferinnen und Helfer aus nächster Nähe ebenfalls alarmiert und zur Einsatzstelle geführt werden. Es sind oft wenige Minuten Zeitvorsprung, die helfen. Sie tragen keine Einsatzkleidung und geben sich als „KatRetter“ klar zu erkennen. Alles zusammen trägt dazu bei, dass das Leben der betroffenen Person bestmöglich gerettet werden kann.
In der Gemeinde Brechen ist es dank dieser Initiative gelungen, sieben Automatisierte Externe Defibrillatoren (AED) zu beschaffen, die an den folgenden Orten öffentlich ab sofort zugänglich sind:
- Niederbrechen: Feuerwehr Niederbrechen; Rathaus; Kinderhaus in der Schlei.
- Oberbrechen: Alte Schule/ Feuerwehr Oberbrechen; Emstalhalle Oberbrechen.
- Werschau: Dorfgemeinschaftshaus Werschau; Katholische Kirche St. Georg.
Dazu gab es auch eine Informationsveranstaltung in der Sport- und Kulturhalle, die passenderweise am „Pulseday“ stattfand. „Das war ein voller Erfolg. Das Interesse der Bevölkerung war enorm“, freut sich Astrid Brahm. Sie dankte allen beteiligten Hilfsorganisationen aber ganz besonders auch den Sponsoren, die diese Anschaffung ermöglicht haben.
„Erste Hilfe geht uns alle an, frischen Sie Ihr Wissen auf – für mehr Sicherheit im Alltag“, so ihr Appell. „Informieren Sie sich, wo die Erste-Hilfe-Kästen sind, und überprüfen Sie den Zustand regelmäßig, merken Sie sich, wo die AEDs, nicht nur in unserer Gemeinde, sondern auch an anderen öffentlichen Orten verfügbar sind – nur so können vielleicht Sie derjenige sein, die mit diesem Wissen aktiv Leben retten können.“
Dr. Daniel Bock informierte auf der Veranstaltung aus seiner beruflichen Praxis als Sektionsleiter Internistische Intensivstation des St. Vincenz Krankenhauses Limburg über die Möglichkeiten, Chancen und Abläufe der Reanimation und leitete mit diesem Vortrag auf die in Echtzeit durchgespielte Übungssimulation eines Fallbeispiels über. Hierbei wurde eine häusliche Situation dargestellt, in der sich ein Herzstillstand ereignete. Nach Wählen des Notrufes wurde die Angehörige durch die ersten Maßnahmen der Wiederbelebung geführt, bis die „KatRetter“ die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrückte. Die Simulation wurde unterstützt durch die angehenden Notfallsanitäterinnen und -sanitäter des DRK Limburg und des Malteser Hilfsdienstes. Sehr plastisch wurde gezeigt, wie sich das Einsatzszenario darstellt und wie viele Personen unter Umständen alles Menschenmögliche geben, um das Leben einer Person zu retten, und wie wichtig jeder einzelne Schritt ist. Die Verantwortung zu übernehmen und die Herzdruckmassage zu erlernen, sind lebensrettend.
Die klare Botschaft laute daher: Prüfen, rufen, drücken – und wenn verfügbar, einen AED einsetzen – und durchhalten, bis professionelle Hilfe eintrifft. Jede beherzte Maßnahme kann Leben retten.
Bild: Schon mal in der Theorie ausprobiert: „KatRetter“ bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Foto: Peter Ehrlich
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