BRECHEN-NIEDERBRECHEN. Vielseitiger könnte ein Frühlingskonzert kaum sein. Das Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Niederbrechen hat unter der Leitung von Roger Böhm dem Publikum in der vollen Kulturhalle eine große Bandbreite an Blasmusik auf hohem Niveau präsentiert ...
Die Kulturhalle Niederbrechen wird zur Bühne für ein abwechslungsreiches Frühlingskonzert
Von Andreas E. Müller
Unter dem Motto von „Polka bis Jazz“ reichte das kurzweilige Programm auch in die Bereiche Oper, Operette, Filmmusik, Märsche sowie Heimatklänge à la Ernst Mosch.
Mit schmetternden Signalen von Posaunen, Tuben und Trompeten stand am Anfang des Konzertes „Rampage“, zu Deutsch „Randale“ des 1966 geborenen Todd Stalter. Mit effektvoll eingesetztem Schlagwerk sorgte das Stück für eine gelungene Eröffnung des Abends. Gekonnt und informativ moderierte Markus Schäfer das Konzertprogramm.
Von kaum durchführbaren Geheimdienst-Aufträgen handelt die Filmreihe „Mission Impossible“. Das gleichnamige Potpourri aus Filmmusiken stellte im schwierigen Arrangement des Argentiniers Lalo Schifrin enorme Herausforderungen an die Musiker. 5/4-Takt, Sekundreibungen und Synkopen machen die Komposition spannungsgeladen.
Marco Jeuck mit seiner Heroldstrompete
Das große Finale aus Giuseppe Verdis Oper „Aida“ beinhaltet auch den bekannten „Triumphmarsch“, für den sich das Blasorchester Marco Jeuck mit seiner Heroldstrompete, einem der Fanfare ähnlichen Signalinstrument, eingeladen hatten. Das Orchester glänzte mit feinen dynamischen Abstufungen und einem pompös bombastischen Klang. „Die schöne Galathee“ von Franz von Suppé war eines der ersten Stücke, die Roger Böhm auf der Trompete in der damaligen „Feuerwehrkapelle“ gespielt hat. Nach über 40 Jahren hat er die Partitur erneut aufgelegt. An Glanz hat sie nicht verloren. Mit dem majestätischen Marsch „Crucifixus“ von José Alberto Pina Picazo, der sich von melancholischen Moll- in fröhliche Dur-Klänge wandelt, verabschiedeten sich die Musiker in die Pause.
Nach der effektvollen Ouvertüre „Jubiloso“ von Franck Erickson entführte dann ein Block von traditioneller Blasmusik mit einem Marsch, einem Walzer und der berühmten Polka „Wir sind Kinder von der Eger“ in die Welt des Ernst Mosch, der im vergangenen Jahr seinen 100. Geburtstag gehabt hätte. Gefühlvoll klangen die Melodien im Blech, während die Klarinetten munter tirilierende Verzierungen einstreuten.
Überraschungsständchen für Hornist Felix Bartel
Ein Überraschungsständchen gab es für Hornist Felix Bartel, der nicht nur seinen 33. Geburtstag feierte, sondern auch für die Gestaltung von Banner und Programmheft zuständig war. Der Trompeter und Flügelhornist Thad Jones gehört zu den bekanntesten Musikern des Jazz. Mit „A Child Is Born“ landete er einen Welthit, der von verschiedensten Arrangeuren aufgegriffen und interpretiert wurde. Es handelt sich um ein sehr sanftes Schlaflied, bei dem sich die Melodie durch verschiedene Register zieht. Einem Medley aus Coldplay-Stücken, das natürlich auch „Viva La Vida“ beinhaltete, folgte aus dem James-Bond-Film „Im Auftrag seiner Majestät“ das Stück „We Have All The Time In The World“, eine Komposition von Louis Armstrong.
Mit der Ernennung zum Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr Niederbrechen ehrten Florian Roth und Markus Schäfer den Trompeter und Flügelhornisten Bernhard Höhler, der seit etwa fünf Jahrzehnten im Blasorchester spielt. Mit dem schmissigen Hoch- und Deutschmeister Marsch endete ein großartiges Konzert und das Publikum ließ die Musiker um Roger Böhm nicht ohne Zugabe von der Bühne.
Bild: Applaus gibt es für ein gelungenes Frühlingskonzert des Blasorchesters der Freiwilligen Feuerwehr Niederbrechen unter der Leitung von Roger Böhm. Fotos: Andreas E. Müller
Bild: Eine Ehrenurkunde für Bernhard Höhler (Zweiter von rechts) - mit dabei: Roger Böhm (von links), Florian Roth und Markus Schäfer. Fotos: Andreas E. Müller
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