HÜNFELDEN. Idyllisch am Rande des Hofs Gnadenthal liegt das „Haus der Stille“. Normalerweise ein Ort der Einkehr und Stille, mit der es am Donnerstagabend ab 22 Uhr aber vorbei war ...
Scheune in Gnadenthal brennt nieder / Bis zu 20 Schweine tot / Polizei geht von einem technischen Defekt aus
Von Klaus-Dieter Häring
Denn unweit des ehemaligen Zisterzienserinnen-Klosters brannte auf dem „Waldhof“ eine Scheune mit Stall. Das krachen von brennenden Balken und die Martinshörner der alarmierten Einsatzfahrzeuge zerstörten diese Stille und beißender Geruch von Rauch machte sich breit.
Die Bilanz der Polizei am Freitagnachmittag ist verheerend, auch wenn glücklicherweise keine Personen zu Schaden kamen. In dem total zerstörten Schweinestall aber überlebten zehn bis 20 Schweine den Brand nicht. Und da die Aufräumarbeiten auch mehr als 16 Stunden nach der Meldung des Feuers noch nicht abgeschlossen waren, kann sich die Zahl der getöteten Tiere noch verändern.
Zudem wurde das angrenzende Wohnhaus in Mitleidenschaft gezogen, sodass auch dieses nun unbewohnbar ist. Den Sachschaden beziffert die Polizei zudem mit rund 800.000 Euro. Die genaue Brandursache ist noch Gegenstand polizeilicher Ermittlungen. „Es deutet jedoch nichts auf Fremdverschulden oder Fahrlässigkeit hin, sodass von einem technischen Defekt ausgegangen wird“, so die Beamten. Die Feuerwehr meldete am Karfreitag um 15 Uhr das Ende ihres Einsatzes.
Löschwasserversorgung eine große Aufgabe
Am Abend waren zu Beginn des Einsatzes auch die lautstarken Anordnungen der Führungskräfte zu hören, die sofort von den Einsatzkräften umgesetzt wurden. Dazu gehörte unter anderem der Aufbau einer mehrere hundert Meter langen Schlauchleitung, die Löschwasser aus einem Löschteich auf dem Anwesen des ehemaligen Klosters, das heute zur Ökumenischen Kommunität Jesus-Bruderschaft gehört, lieferte. Gleichzeitig wurde ein Pendeldienst mit Einsatzfahrzeugen eingerichtet, um sofort genügend Löschwasser zur Verfügung zu haben. Auch mehrere Landwirte unterstützen die Wasserversorgung, indem sie Wasserfässer zu dem am Berg liegenden Hof brachten.
Während nun Atemschutzträger von allen Seiten des großen Schweinestalls die Flammen in Schach hielten und versuchten, ein Übergreifen auf ein direkt benachbartes Wohnhaus zu verhindern, mussten andere Rettungskräfte sich um die Tiere kümmern. Dabei konnten die meisten der 40 Sauen und mehr als 200 Ferkel durch den enormen Einsatz gerettet werden. Die Tiere kamen anschließend in einem benachbarten Stall und bei befreundeten Landwirten unter.
„Wir haben hier enorme Unterstützung bekommen“, berichtete Gemeindebrandinspektor Kai Krebs am Freitagmorgen. „Fast alle Tiere sind aus dem Stall raus und konnten gerettet werden“ so Kai Krebs. Hierbei halfen auch die Landwirte aus Gnadenthal und den umliegenden Dörfern. Gleichzeitig wurde auch Futter für die Tiere an den Waldhof gebracht, da sämtliches Futter für die Tiere in der ausgebrannten Halle lag. Kai Krebs lobte auch die vielen befreundeten Einsatzkräfte sowie die Bruderschaft des Hofs. „Die haben uns sofort mit allen Möglichkeiten unterstützt und wir konnten ihre Räumlichkeiten nutzen.“ Eine große Hilfe war auch der Einsatz der großen Drohne des Drohnendienstes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Limburg. Diese ist mit einer Wärmebildkamera ausgestattet und liefert so wertvolle Angaben für die Einsatzkräfte bei den Löscharbeiten.
Mehr als 300 Kräfte im Großeinsatz
Die Rettungskräfte waren dann am Karfreitagmorgen mit den Nachlösch- und Aufräumarbeiten beschäftigt. Insgesamt waren rund 300 Einsatzkräfte an den Lösch- und Aufräumarbeiten beteiligt. Neben den Feuerwehren aus den Hünfeldener Ortsteilen waren auch die Brandbekämpfer aus der Stadt Bad Camberg und mehreren Ortsteilen unter anderem mit der Drehleiter, aus der Stadt Limburg und mehreren Stadtteilen sowie aus Selters mit mehreren Ortsteilen im Einsatz. Dazu kamen das Technische Hilfswerk (THW) aus Limburg, Weilburg und Koblenz, der Katastrophenschutz Limburg-Weilburg, die Rettungsdienste des Malteser Hilfsdienstes und die DRK-Drohnenstaffel. Außerdem halfen Mitarbeitende des Abwasserverbands, des Veterinäramts und mehrere Landwirte.
Rund um den Gnadenthaler Hof machte sich dieser enorme Einsatz zusätzlich bemerkbar. So wurde die Straße in Richtung Erbach komplett gesperrt, da hier eine große Fahrzeugkolonne des THW für den Einsatz am Morgen bereitstand. Außerdem wurden der Pendlerparkplatz an der Autobahnabfahrt Bad Camberg sowie die Zufahrtsstraßen an den Einfahrten zu Gnadenthal als Bereitstellungsplatz für Einsatzfahrzeuge der Feuerwehren genutzt.
Bild: Einen Großteil der Schweine haben die Einsatzkräfte gerettet.
Bild: Der Schweinestall des Waldhofs in Gnadenthal brennt völlig nieder. Fotos: Klaus-Dieter Häring
Bild: Zusätzlich werden noch Pools aufgebaut, um die Löschwasserversorgung sicherzustellen. Fotos: Klaus-Dieter Häring
Bild: Die Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks sind mit großen Maschinen und Fahrzeugen mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Fotos: Klaus-Dieter Häring
Bild: Feuerwehrleute löschen den Stallbrand und versuchen, ein Übergreifen der Flammen auf das benachbarte Wohnhaus zu verhindern. Fotos: Klaus-Dieter Häring
Hinweis: Verwendung der Artikel mit freundlicher Genehmigung von mittelhessen.de.