HÜNFELDEN. Idyllisch am Rande des Hofs Gnadenthal liegt das „Haus der Stille“. Normalerweise ein Ort der Einkehr und Stille, mit der es am Donnerstagabend ab 22 Uhr aber vorbei war ...
Großfeuer in Gnadenthal: Beeindruckende Zusammenarbeit der Einsatzkräfte
Von Klaus-Dieter Häring
HÜNFELDEN. Das ist doch eine gute Nachricht: Das Großfeuer auf dem landwirtschaftlichen Anwesen „Waldhof“ in Hünfelden-Gnadenthal hat am Ende weniger Tiere das Leben gekostet als vorher angenommen. War ursprünglich noch von 20 bis 30 getöteten Ferkeln die Rede, waren es am Ende deutlich weniger. „Es wurden nur drei tote Tiere der Feuerwehr gemeldet“, berichtet Gemeindebrandinspektor Kai Krebs. Die Unstimmigkeiten seien vielleicht dadurch gekommen, dass noch während der Löscharbeiten von 20 vermissten Jungtieren in einem Stall gesprochen wurde.
Da Einsturzgefahr für die große Scheune bestand, wurde darauf verzichtet, Einsatzkräfte in die Scheune zu schicken, um diese Tiere ausfindig zu machen. Daher wurden diese Tiere zu den drei schon gemeldeten toten Tieren addiert. „Als wir mit dem Bagger dann in die Scheune sind, haben wir die 20 Tiere noch lebend entdeckt“, so Krebs. Der Großbrand stellte ansonsten an alle Beteiligten an diesem Abend hohe Herausforderungen. „Dies schon alleine durch die enge Anfahrt“, so Kai Krebs weiter, der sich an keinen anderen Einsatz in dieser Größenordnung erinnern kann - „und ich bin 30 Jahre im Einsatz“.
Was seiner Meinung nach hervorragend geklappt hat „war die Zusammenarbeit sämtlicher Blaulichtorganisationen“. Dazu zählen nicht nur die 300 Einsatzkräfte der Feuerwehren. Dazu kommen noch die Einsatzkräfte der Rettungsdienste des Malteser Hilfsdienstes und des Deutschen Roten Kreuzes, des Technischen Hilfsdienstes und der Polizei, die mit einem Großaufgebot dabei waren. Sehr gut geklappt hat unter anderem auch die Bereitstellung und Beschaffung von Löschwasser. Das lief unter anderem über einen Löschteich auf dem Anwesen der Jesus-Bruderschaft. Auch der Pendeldienst durch Feuerwehren und benachbarte Landwirte klappte seiner Meinung nach hervorragend. Durch diesen Pendeldienst wurde auch der große Abrollbehälter, der von der Feuerwehr Limburg bereitgestellt wurde, immer mit Löschwasser gefüllt. Auch eine Zisterne eines benachbarten Landwirtes wurde in diesen Pendeldienst integriert.
„Am Ende hatten wir aber keine Verletzten bei den Einsatzkräften wie bei den Anwohnern zu beklagen“, so der Gemeindebrandinspektor. Der Brand selbst in der Donnerstagnacht war dann am Freitagmittag beendet. „Am Abend mussten wir dann aber noch eine Kleinigkeit beheben“, so Krebs. Zur Schadenshöhe und Brandursache wurden keine Angaben gemacht.
Waschen der Einsatzkleidung im Schichtbetrieb
Da beim Großbrand über 160 Einsatzkräfte zeitgleich gegen die Flammen kämpften, entstand eine enorme Menge an verschmutzter Einsatzkleidung. Um die Einsatzbereitschaft der Region schnellstmöglich wiederherzustellen, hat die Feuerwehr Bad Camberg deshalb parallel zum Dienstleistungszentrum für Niederselters und Hünfelden über fast zwei Tage hinweg im Schichtbetrieb beim Waschen der Einsatzkleidung unterstützt.
Noch am Abend des Großbrandes kam es zu einer zusätzlichen kritischen Situation in Bad Camberg: Gegen Mitternacht kam es zu einer Störung beim Notruf. Um im Ernstfall sofort eingreifen zu können, wurde die Feuerwehr Bad Camberg gesamtstädtisch alarmiert und verbrachte die gesamte Nacht in Bereitstellung im Feuerwehrhaus der Kernstadt. Die Bereitstellung erfolgte, um potenzielle Folgeeinsätze in Bad Camberg unmittelbar abarbeiten zu können.
Bild: Die meisten der über 240 Tiere konnten von den Einsatzkräften der Feuerwehr gerettet werden. Foto: Klaus-Dieter Häring
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