VILLMAR. Auch beim jüngsten Jahreskonzert am Ostersonntag ist es dem Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Villmar - gemeinsam mit der Bläserklasse und dem Jugendblasorchester - gelungen, den Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis werden zu lassen ...

Erster Auftritt des neuen Jugendorchester-Dirigenten / Hits von Frank Sinatra sorgen für viel Beifall

Von Peter Schäfer

Einer der Höhepunkte der wunderbaren musikalischen Darbietungen, die die König-Konrad-Halle zu einem Konzertsaal werden ließ, war die Premiere von Lucas Mallebré, der den Dirigentenstab als Leiter des Jugendblasorchesters von Marius Schäfer überreicht bekam. Und Abteilungsleiter Andreas Laux sollte mit seinem Versprechen „auch in diesem Jahr erwartet die Besucher wieder einmal ein abwechslungsreiches und vielfältiges Programm“ wahrlich recht behalten. Er zeigte sich zudem erfreut über eine große Anzahl von Ehrengästen und Zuhörern in der voll besetzten Halle.

Bläserklasse aus Villmar sorgt für Begeisterung

Den Auftakt bildete die Bläserklasse. Dabei handelt es sich um die jüngsten Musiker beim Blasorchester der Villmarer Feuerwehr. Sie gefielen unter der Leitung von Claudia Noppe mit der „Abendstimmung“ von Adam Gal und mit „When The Saints“ in einer Bearbeitung von John Higgins. Ellie Keßler und Hanna Otto moderierten im Anschluss den Auftritt des Jugendblasorchesters und zudem ein besonderes Ereignis. „Celebration And Song“ von Robert Sheldon, eine mitreißende Konzertouvertüre für Blasorchester, war eines der letzten Musikstücke, das die jungen Musiker unter der Leitung von Marius Schäfer spielten. Für das Orchester und für den Dirigenten war das ein emotionaler Moment. Nach dem 31-jährigen Gymnasiallehrer für Biologie und Musik Marius Schäfer aus Arfurt, der das Jugendorchester seit 2018 beeindruckend geleitet hatte, ist nun Lucas Mallebré, der in wenigen Tagen seinen 21. Geburtstag feiert, der neue musikalische Leiter. Der neue Dirigent ist Student, um Gymnasiallehrer für Musik und Physik zu werden.

Schon bei seiner Premiere als neuer Jugendblasorchester-Dirigent wusste das „Eigengewächs“ des Feuerwehr-Orchesters mit dem Dirigat von „Trag mi Wind“ zu überzeugen. „Hercules“ von Alan Menken schloss sich an. Alle im Saal zeigten sich dann erstaunt, wieso plötzlich das Jugendorchester die Bühne verließ. Schnell waren die jungen Leute dann aber wieder da, allerdings verkleidet. Sie trugen nun einen Pulli, den sie als Würdigung und großes Dankeschön auch an Marius Schäfer überreichten, was diesen sichtlich berührte. Den endgültigen Abschied von Schäfer von seinem Jugendorchester gab es schließlich mit „You Can’t Stop The Beat“, dem berühmten Finale aus dem Musical und der Verfilmung von „Hairspray“. Auch Abteilungsleiter Andreas Laux fand wunderbare, persönliche Worte des Dankes für den Dirigenten, der auch seit 2019 das Villmarer Erwachsenenorchester leitet und seit 2018 ebenso das Jugendblasorchester des TV Niederbrechen.

57 Musiker stehen gleichzeitig auf der Bühne

„Lassen Sie zu, dass die Musik Türen öffnet – zu Licht, zu Freude, zu dem, was in uns allen lebt. Musik hat die wunderbare Fähigkeit, Gefühle zu wecken. Sie kann uns aufrichten, uns antreiben und uns träumen lassen.“ Mit diesen bewegenden Worten eröffnete die Moderation Saskia Faber die Auftritte des 57-köpfigen Feuerwehr-Blasorchesters. Pompös begann das Konzert mit „Spirals Of Light“ von Naoya Wada, bevor die Besucher die „Aurora Dances“ von Philip Sparke zu Gehör bekamen. Dabei handelt es sich um ein farbenprächtiges Bläserwerk mit lebhaftem Rhythmus und bildhaften Klangflächen, das sich durch energetische Passagen und verspielt-glitzernden Melodien auszeichnet. Es vermittelt eine farbenreiche, tänzerische Atmosphäre, die Leichtigkeit und Dynamik ineinander übergehen lässt.

Film-Medley und Kulthits runden den Abend ab

Nach der Pause und im Anschluss an die Präsentation des musikalisch anspruchsvollen Werkes „Forever Shining“ von James Swearingen spielte das Villmarer Feuerwehr-Blasorchester dann auch populäre Stücke. Nach einem Feuerwerk aus Emotionen mit einem Medley aus dem Film „The Greatest Showman“ mit einem Arrangement von Paul Murtha zeigte sich das Publikum auch erfreut von einem jazzig angehauchten Arrangement von Thomas Doss des weltberühmten Liedes „Somewhere Over The Rainbow“. Ein weiterer musikalischer Höhepunkt des Abends folgte, als der Arfurter Philipp Schäfer, Sänger der Band „Fistful of Dollars“ und einer der drei Protagonisten der Arfurter Steimelsbuam, die Bühne betrat, um mit „Frank Sinatra Classics“, arrangiert von Stefan Schwalgin, zu begeistern. Zum offiziellen Ende des prächtigen Musikabends freute sich das Publikum über den zweiten Teil der „80er Kult(tour)“ mit Hits unter anderem von Heinz Rudolf Kunze, Nena und der Band BAB. Verständlich, dass es darauffolgend laute „Zugabe-Rufe“ gab. Und so kamen auch die Freunde der traditionellen Blasmusik noch auf ihre Kosten durch „Archivisten-Polka“. Ein letzter Höhepunkt des Abends war mit dem zweiten Auftritt des Sängers Philipp Schäfer zu erleben, der noch mal die Bühne zur Interpretation einiger Kult(tour)-Lieder betrat.

Auch das jüngste Jahreskonzert der Villmarer Musiker hat eindrucksvoll bewiesen, dass sich bei entsprechender Musikauswahl ein Konzert eines Blasorchesters zu einem bezaubernden und unterhaltsamen Abend entwickeln kann. Das Publikum dankte es mit vielfachem Applaus.

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