MENGERSKIRCHEN-WINKELS. „Da pacem Domine – Gib Frieden, Herr“, unter diesem Motto hat ein Kirchenkonzert des Blasorchesters der Freiwilligen Feuerwehr Winkels in der Kirche „Mariä Geburt“ in Winkels gestanden ...

Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Winkels gibt sein erstes Kirchenkonzert / Frieden steht im Fokus

Von Andreas E. Müller

Damit haben die Bläser unter der Leitung von Lukas Oberbauer musikalisches Neuland beschritten.

„Wir waren gespannt, ob die Menschen auch zu einem Kirchenkonzert mit einem Blasorchester kommen würden“, verriet Franziska Seitz, die auch die Moderation übernahm, vor dem Konzert. Eine sehr gut besetzte Kirche bewies, dass das Blasorchester mit diesem neuen Format genau den Nerv der Konzertbesucher getroffen hatte. „Als wir uns für dieses Konzertmotto Anfang des Jahres entschieden, konnten wir noch nicht ahnen, wie aktuell und zutreffend dieses Motto doch leider ist“, sagte Seitz in ihrer Begrüßung. „Doch Frieden ist ein Wunsch, der Menschen zu allen Zeiten verbindet. Und gerade in unserer heutigen Zeit wird uns immer wieder bewusst, wie wertvoll und zugleich wie zerbrechlich Frieden ist“, so Seitz.

Pfarrer Frank Fieseler betonte, dass Frieden kein Selbstläufer sei. Er müsse in unseren Herzen und unseren Familien beginnen. Insbesondere Musik könne hierfür Brücken bauen. Der Wunsch nach Frieden zog sich wie ein roter Faden durch das Konzertprogramm, wobei die ausgewählten Msusikstücke vielseitiger kaum hätten sein können.

Orchester steht unter Leitung von Lukas Oberbauer

Feierlich eröffnete Lukas Oberbauer mit einigen Bläsern das Konzert von der Empore herab mit „Tower Brass Fanfare“ von Hubert Meixner. Zur von Franziska Seitz in den Raum gestellten Frage „Was ist eigentlich Frieden?“ erzählte sie eine nachdenklich stimmende Geschichte von Kindern, die Krieg spielen. Nach der Aufforderung eines alten Mannes, doch nicht Krieg zu spielen, kamen die Kinder ins Nachdenken und fragten ihn, wie man denn Frieden spiele.

Zahlreiche Möglichkeiten, Frieden zu „spielen“, zeigte dann das Blasorchester mit seiner Musik auf. Kennt man die Musik von Johann Sebastian Bach in sakralen Räumen eher von der Orgel oder Chören, gab das Blasorchester seiner Musik mit bombastisch klingendem Choral und Fuge eine völlig neue Note. Weite, friedvolle Landschaften konnte man bei „Highland Cathedral“ vor dem geistigen Auge haben. Hymnengleich der Wunsch nach Frieden in „My Dream“ mit einem Flügelhornsolo von Simon Hannappel, gefolgt von der Hoffnung auf Frieden in „Von guten Mächten“. „Der Mensch ist Hüter der Erde, nicht Besitzer“: Darauf wies Hornist Johannes Kuhnigk hin. Es werde immer deutlicher, wie verletzlich die Schöpfung ist. Musikalisch gut umgesetzt ist diese Thematik in „Schmelzende Riesen“. Dramatisch beschreibt hier die Musik mit tiefem Blech und Paukenschlägen das Schmelzen und Auseinanderbrechen von Gletschern. Musik zum Wachrütteln.

Leonard Cohens „Hallelujah“ als Zugabe

Hier, wie auch bei den anderen Stücken, konnte man immer wieder am Dirigat mit weit ausladenden Bewegungen von Lukas Oberbauer sehen, wie intensiv er die Musik erlebt und mit seinen Musikern umsetzen möchte. Passend dazu, wenn die Natur verstummt, Paul Simons „Sound Of Silence“, ebenso in einem außergewöhnlichen Arrangement für Bläser wie Johann Sebastian Bachs Choral „Wachet auf! Ruft uns die Stimme“.

An das Ende des Konzerts hatten Lukas Oberbauer und seine Musiker drei Stücke gesetzt, die ursprünglich Kompositionen für Chor sind. „Baba Yetu“ ist ein mitreißend rhythmisches „Vater unser“ in der Sprache Suaheli, das in Tansania, Kenia, Uganda und Ruanda gesprochen wird. Hier wies Seitz darauf hin, dass Christen in der ganzen Welt das gleiche Gebet sprechen und um ihr tägliches Brot und Frieden bitten. Sehr anrührend und ergreifend, auch im Bläserarrangement, Anton Bruckners ruhiges Stück „Locus Iste“. Schließlich die feierlich vorgetragene Bitte in Felix Mendelssohn Bartholdys „Verleih uns Frieden“. „Gerade in einer Zeit, in der wir wieder erleben, wie zerbrechlich Frieden sein kann, bekommt diese Bitte eine besondere Bedeutung“, so Seitz.

Mit begeistertem Applaus und stehenden Ovationen bedankten sich die Konzertbesucher für einen ergreifenden und nachdenklich stimmenden Nachmittag. Belohnt wurden sie mit Leonard Cohens „Hallelujah“ als Zugabe. Im Anschluss an das Konzert waren alle Besucher eingeladen, bei gegrillten Würstchen und Getränken miteinander ins Gespräch zu kommen und den Nachmittag in geselliger Runde ausklingen zu lassen.

Ein bewegendes Kirchenkonzert zum Thema Frieden haben die Musiker des Blasorchesters der Freiwilligen Feuerwehr Winkels gegeben. Foto: Andreas E. MüllerBild: Ein bewegendes Kirchenkonzert zum Thema Frieden haben die Musiker des Blasorchesters der Freiwilligen Feuerwehr Winkels gegeben. Foto: Andreas E. Müller

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