VILLMAR-AUMENAU. Erdbeben in Villmar am frühen Samstagmorgen – eine Großschadenslage und zum Glück nur eine Übung. Doch Abläufe wollen trainiert sein ...

Ein Erdbeben erschüttert Villmar: Eine Übung testet die Einsatzfähigkeit mehrerer Katastrophenschutz-Löschzüge

Von Peter Schäfer

In diesem Fall kamen bei der groß angelegten Übung Katastrophenschutz-Löschzüge aus fünf Kommunen des Südkreises zum Einsatz. Beteiligt waren spezialisierte Feuerwehrleute aus Villmar, Bad Camberg, Hünfelden, Limburg und Selters. Im Einsatz waren insgesamt 42 Löschfahrzeuge, Mannschafts-Transportfahrzeuge sowie Geräte- und Logistikwagen. Rund 170 Einsatzkräfte von Feuerwehren aus den fünf Kommunen hatten an der Großübung teilgenommen. Darunter befanden sich auch Mitglieder der Aumenauer Jugendfeuerwehr, die als Stuntleute verletzte Personen darstellten.

Bei einer Katastrophenschutzübung von Freiwilligen Feuerwehren handelt es sich um eine groß angelegte Simulation, um Einsatzkräfte auf Ernstfälle vorzubereiten, die über den normalen Feuerwehralltag hinausgehen. Diese Übungen sind in Hessen gesetzlich vorgeschrieben und dienen dazu, die Zusammenarbeit verschiedener Einheiten zu testen. So war zudem auch der zweite Betreuungszug des Deutschen Roten Kreuzes aus Niederbrechen mit der DRK-Drohnenstaffel Limburg-Weilburg beteiligt. Die Übungsplanung und -regie hatte Tobias Höhler, der Führer des zehnten Löschzugs Limburg-Weilburg aus der Gemeinde Villmar, übernommen.

Erbeben und Brand in der Hangar-Halle

Die Feuerwehrleute mussten sich mehreren Szenarien stellen. So sollten sie einen heftigen Gebäudebrand in der Hangar-Halle löschen, der sich auf den angrenzenden Wald ausgebreitet hatte. Die Simulation sah eine unbekannte Anzahl von Verletzten vor, die durch Brandrauch gefährdet waren und sich selbst nicht mehr hätten retten können. Weiter galt es, nach dem fiktiven Erdbeben vermisste Personen aufzuspüren, die stellenweise verschüttet oder eingeklemmt waren. Erschwerend hinzu kam im Rahmen der Übung, dass das Löschwasser aus dem örtlichen Hydrantennetz nur begrenzt verfügbar war und eine alternative Löschwasserversorgung aus der Lahn aufgebaut werden musste. Umfänglich war auch die Erste Hilfe-Übung an Dummys. Die Herz-Lungen-Wiederbelebung ist eine entscheidende Erste-Hilfe-Maßnahme bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand. Das bewährte Verhältnis beträgt 30-mal Herzdruckmassage und zweimal Beatmen.

Wärme-Kamera ist bei der Personensuche sehr hilfreich

Der Leiter der Katastrophenschutzübung Tobias Köhler sowie Villmars Gemeindebrandinspektor Maurice Kalheber, der als Pressesprecher für den besonderen Übungseinsatz zur Verfügung stand, zeigten sich hoch zufrieden. Die ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleute hätten eindrucksvoll demonstriert, im Ernstfall nicht zu zögern, sondern zu handeln – und das schnell und präzise. Auch diese jährlich in einer anderen Kommune stattfindende Übung habe gezeigt, wie wichtig es sei, sich vorzubereiten, um im Ernstfall richtig zu handeln sei, stellte Köhler fest. Zeitdruck, Unsicherheit über den Zustand der Verletzten und instabile Umgebungen seien oft die Kennzeichen solcher Einsätze. Deutlich wurde: Ein koordiniertes Vorgehen ist der Garant für einen erfolgreichen Verlauf. Dass die Katastrophenschutzübung so gekonnt verlaufen konnte, war auch der Mitarbeit der Drohnenstaffel des Kreisverbandes des Deutschen Rotes Kreuzes zu verdanken. Dessen Kreisbeauftragter Kai Brunner zeigte sich erfreut, dass es dem DRK-Team gelungen war, den Ablauf der Übung durch Aufnahmen einer Drohne, die mit einer Spezialkamera ausgestattet war, zu verfolgen: „Wir sind behilflich mit sozusagen Satellitenbildaufnahmen im Kleinen.“ Die Restlicht/Wärme-Kamera für Personensuche sei ausgesprochen hilfreich bei solchen Einsätzen.

„Solche Übungen sind extrem wichtig. Der Verlauf hat gezeigt, wie erfolgreich und professionell die Planung und Durchführung verlaufen ist“, sagte die Villmarer Bürgermeisterin Alicia Bokler-Schmidt (SPD). Die Proben zum Bewältigen solcher Katastrophensituationen seien elementar. Die Marktfleckenbürgermeisterin lobte „die Einsatzbereitschaft und die beeindruckende Zusammenarbeit der für die Gesellschaft ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleute“. Alle Verantwortlichen bedankten sich bei der Limburger Much-Gruppe, dem Eigentümer des Firmengrundstücks, für die Bereitstellung der sich zwischen Aumenau und Villmar befindlichen Firmenflächen der Blenk GmbH.

Geübt wird, vermisste, verschüttete, eingeklemmte Personen zu bergen und zu retten. Fotos: Peter SchäferBild: Geübt wird, vermisste, verschüttete, eingeklemmte Personen zu bergen und zu retten. Fotos: Peter Schäfer

Bei der Übung ist eine Herausforderung, eine bewusstlose Person, dargestellt durch einen Dummy, aus einem Regenwasser-Rückhaltenbecken zu retten. Fotos: Peter SchäferBild: Bei der Übung ist eine Herausforderung, eine bewusstlose Person, dargestellt durch einen Dummy, aus einem Regenwasser-Rückhaltenbecken zu retten. Fotos: Peter Schäfer

logo wtHinweis: Verwendung der Artikel mit freundlicher Genehmigung von mittelhessen.de.

 

 

 


Zurück