LÖHNBERG. Die Freiwillige Feuerwehr Löhnberg hat ihr 125-jähriges Bestehen mit einem Festakt im Bürgerhaus „Löhnberger Lilie“ gefeiert ...
Feuerwehr Löhnberg feiert ihr 125-jähriges Bestehen mit Festakt im Bürgerhaus „Löhnberger Lilie“
Von Heinz-Jürgen Deuster
Wehrführer Florian Schüller eröffnete den Tag im mit vielen Blumen geschmückten Saal mit einer kurzen geschichtlichen Darstellung der Entwicklung der Löhnberger Feuerwehr, die zunehmenden Herausforderungen der Ereignisse, der technischen Geräte und dem damit oft verbundenen Wechsel des Gerätehauses.
Im folgenden ökumenischen Festgottesdienst drehte sich alles rund um das Thema Feuerwehr, bekannte Kirchenlieder wurden dazu umgetextet. In ihrer Predigt verglichen die katholische Gemeindereferentin Britta Höhler und der evangelische Pfarrer Christian Elias das Wirken der Feuerwehr mit dem Wirken der Kirche, denn sie sind für die Menschen in Not da. Beide dankten den Männern und Frauen, die immer wieder ihren Mut und ihr Verantwortungsbewusstsein für andere zeigen, das sei praktizierte Nächstenliebe. Zum Schluss wurde ein alter Löscheimer herumgereicht, in dem symbolisch gute Wünsche von Nachbar zu Nachbar weitergereicht wurden.
Gemeinschaft, Zusammenhalt, Kameradschaft, Wille zur Hilfe
Roman Poseck (CDU), der Hessische Minister für des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz, überreichte dem Wehrführer Florian Schüller und dem Vereinsvorsitzenden Max Heuser die Ehrenplakette des Landes, denn 125 Jahre sei auch bei den Freiwilligen Feuerwehren in Hessen mit ihren rund 70.000 Mitgliedern ein besonderes Jubiläum. Er betonte den Wandel der Aufgaben der Feuerwehren im Laufe der Zeit. Auch der Klimawandel hätte dazu beigetragen, dass mehr Brände zu vermelden waren und sind. Feuerwehren wirkten tief in die Gesellschaft hinein mit gesellschaftlichen Werten, die heute nicht mehr selbstverständlich sind, mit ihrer Bereitschaft, sich für andere einzusetzen, ihre Kameradschaft, ihr Pflichtgefühl und ihr Wille zur Übernahme von Verantwortung.
Oft wären die Feuerwehren der größte Verein in kleineren Gemeinden. Gerade in der jüngsten Vergangenheit mit dem Vorfall in Runkel zeigten sich die Leistungsbereitschaft und die Teamarbeit der Feuerwehren. Durch die Jugendfeuerwehr sei in Löhnberg auch die Zukunft gesichert.
Neben der Ehrenplakette überreichte er insgesamt vier Briefumschläge mit Spenden, auch von den anwesenden Mitgliedern des Hessischen Landtags, Tobias Eckert (SPD), Andreas Hofmeister (CDU) und Christian Wendel (CDU). Politisch seien sich alle einig beim Thema Feuerwehr. Danach verabschiedete er sich, da er zum Feuerwehrtag nach Frankenberg musste.
Landrat Michael Köberle (CDU) betonte die gute Zusammenarbeit der 102 Freiwilligen Feuerwehren im Kreis mit etwa 3000 Kameraden, was sich zum Beispiel auch am 2. Mai 2024 bei einem Starkregenereignis im Goldenen Grund zeigte. Die Feuerwehr im Kreis sei gut aufgestellt, der Katastrophenschutz bekäme mehr und mehr Bedeutung. Er dankte auch allen Angehörigen, die immer wieder hinnehmen müssen, wenn plötzlich ein Einsatzruf erfolgt, egal wo man sich gerade befindet. Abschließend wünschte er den Löhnbergern eine gute Zukunft und möglichst wenig Einsätze.
Bürgermeister Reiner Greve (parteilos) betonte die Widersprüchlichkeit der Existenz der Feuerwehren. Einerseits sei man froh, dass es sie gibt, andererseits hofft man, dass sie niemals gebraucht wird. Auf sie sei aber immer Verlass. Das Engagement der Menschen sei nicht selbstverständlich und man werde auch in Zukunft immer Brandschutz und -hilfen benötigen. Die Feuerwehr stehe für Gemeinschaft, Zusammenhalt und Kameradschaft und den unerschütterlichen Willen zur Hilfe. Er dankte auch der Ehren- und Altersabteilung und endete mit der Bemerkung: „Das erste Fass geht auf mich!“.
Dramatische und belastende Ereignisse in Runkel
Kreisbrandinspektor Frederik Stahl zeigte sich stolz auf die Arbeit seiner Feuerwehren. Gerade die dramatischen und belastenden Ereignisse in Runkel hätten bewiesen, wie alle an einem Strang ziehen. Auch in den nächsten 125 Jahren sei die Feuerwehr notwendig, da seien sich alle in Politik, Haupt- und Ehrenamt, einig. Er überreichte einen Tisch mit dem Symbol des Kreisverbands an Wehrführer Florian Schüller.
Gemeindebrandinspektor Jürgen Schütz wies noch einmal darauf hin, dass der Geist der Feuerwehrmänner und -frauen in den 125 Jahren gleich geblieben sei, die ihre Freizeit opfern und sich ausbilden lassen, was durch die technischen Geräte immer anspruchsvoller werde. Das sei gelebte Solidarität.
Nach den Ansprachen eröffnete Wehrführer Florian Schüller die weiteren Feierlichkeiten mit dem Frühshoppen und wies auf die späteren Programmangebote, die dem besonderen Tag der Löhnberger Feuerwehr einen würdigen Rahmen boten, hin.
Bild: Als Abschluss des Gottesdienstes wird in der „Löhnberger Lilie" ein alter Löscheimer herumgereicht, gefüllt mit den guten Wünschen von Nachbar zu Nachbar. Fotos: Heinz-Jürgen Deuster
Bild: Innenminister Roman Poseck (links) überreicht Wehrführer Florian Schüller (Mitte) und dem Vereinsvorsitzenden Max Heuser die Urkunde und Ehrenplakette des Landes Hessen. Fotos: Heinz-Jürgen Deuster
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