HADAMAR. „Ich bin mitten in der Nacht von dem Geruch aufgewacht“, sagt Nadine Thürigen, die unweit der Brandstelle wohnt. „Ich dachte zuerst, bei uns sei ein Elektrogerät durchgeschmort ...

Feuer verursacht mehrere 100.000 Euro Schaden und zwingt 19 Leute aus dem Haus / Brandursache noch unklar

Von Lucas Concas und Klaus-Dieter Häring

Kurz danach habe ich von dem Brand gehört.“ Was war passiert? Kurz nach 4 Uhr morgens geht am Mittwoch bei der Hadamarer Feuerwehr ein Notruf wegen eines brennenden Autos ein. Es soll zuvor einen Knall gegeben haben, was aber bislang nicht bestätigt werden konnte. Was nach einem überschaubaren Einsatz klang, stellte sich aber schnell als herausfordernde Situation dar.

„Als ich an der Brandstelle ankam, brannte nicht nur ein Auto. Der gesamte Dachstuhl des dahinterliegenden Hauses hatte bereits Feuer gefangen. Die Scheiben des Hauses waren bereits geborsten und es gab riesige Flammen“, sagt der Stadtbrandinspektor von Hadamar, Mathias Ammann. Der Brand war in weiten Teilen von Hadamar zu sehen. Morgens lag der Brandgeruch auch im benachbarten Elz noch in der Luft. Zumindest wurde niemand verletzt.

Seine Ehefrau Andrea Ammann, Erste Stadträtin, war ebenfalls früh, in Vertretung von Bürgermeister Michael Ruoff (beide CDU), am Ort des Geschehens. „Solche Momente führen uns vor Augen, wie wichtig unsere Feuerwehr ist. Mein erster Gedanke war, wie wir den Betroffenen helfen können. Die Situation war besonders schwierig, weil das ganze Ausmaß zu Anfang noch nicht bekannt war. Ich habe mich direkt mit dem Ordnungsamt um die Unterbringung der Bewohner gekümmert. Viele konnten aber bei Freunden und Bekannten unterkommen. Ich bin froh, dass der Brand ohne Personenschäden zu Ende gegangen ist.“ Besonders würdigte die Erste Stadträtin die Arbeit der Rettungskräfte, vor allem deren ruhige und professionelle Zusammenarbeit.

Feuerwehrmann angegriffen

„Rund 150 Feuerwehrleute und etwa 25 Feuerwehrfahrzeuge aus Limburg, Elz und Hadamar haben mitgearbeitet“, ergänzte Stadtbrandinspektor Mathias Ammann. Für ihn ist es der größte Brand, seit er das Amt als Stadtbrandinspektor vor wenigen Monaten übernommen hat. „Da zurzeit eine Tiefbrunnenpumpe von der Stadt erneuert wird, mussten wir ein besonderes Augenmerk auf die Wasserversorgung legen. Wir konnten das Löschwasser aber aus dem Elbbach entnehmen.“ Der verläuft ganz in der Nähe des Brandes. Ein Fahrzeug mit Lautsprecher fuhr zudem durch Hadamar und informierte die Bewohner über die Lage, verbunden mit der Aufforderung, den Wasserverbrauch während der Löscharbeiten auf ein Minimum zu reduzieren. Wegen der Löscharbeiten wurde die Gymnasiumstraße rund um das betroffene Gebäude gesperrt. Mehrere Streifen und Brandermittler der Kriminalpolizei waren im Einsatz. Verkehrsteilnehmer mussten den Bereich weiträumig umfahren. Auf Unverständnis stieß, dass ein Feuerwehrmann angegriffen wurde, weil ein Mann sein Auto während der Löscharbeiten wegfahren wollte.

Was mit dem Haus in der Gymnasiumstraße jetzt geschieht, ist unklar. Der Eigentümer war direkt am Morgen mit seiner Frau da. Auch ein Vertreter der Versicherung wurde erwartet. Nach Informationen der Polizei geht eine erste Einschätzung von einem Sachschaden von mehreren 100.000 Euro aus. Da im Dachstuhl gelöscht wurde und das Löschwasser auch in die unteren Stockwerke lief, wurde am Einsatzort aber bereits von einem „Millionenschaden“ gesprochen.

Betroffen sind die 19 Bewohner sowie eine Gesundheitspraxis im Haus. Wie es nach der kurzfristigen Unterbringung für die Betroffenen weitergeht, ist noch offen. Der sich vor dem Haus befindende Friseursalon scheint den Brand nach ersten Einschätzungen ohne erhebliche Schäden überstanden zu haben. Die Löscharbeiten dauerten bis etwa 14 Uhr, das Gebäude wurde von der Feuerwehr abgesperrt und weiter beobachtet.

Kurz nach 4 Uhr morgens geht am Mittwoch bei der Feuerwehr ein Notruf wegen eines brennenden Autos ein. Als die Rettungskräfte eintreffen, steht der Dachstuhl des dahinterliegenden Hauses in Flammen. Fotos: Klaus—Dieter HäringBild: Kurz nach 4 Uhr morgens geht am Mittwoch bei der Feuerwehr ein Notruf wegen eines brennenden Autos ein. Als die Rettungskräfte eintreffen, steht der Dachstuhl des dahinterliegenden Hauses in Flammen. Fotos: Klaus-Dieter Häring

Erst gegen 14 Uhr können die Löscharbeiten in der Gymnasiumstraße beendet werden. Fotos: Klaus-Dieter HäringBild: Erst gegen 14 Uhr können die Löscharbeiten in der Gymnasiumstraße beendet werden. Fotos: Klaus-Dieter Häring

Die Gymnasiumstraße ist rund um das betroffene Gebäude während der Löscharbeiten gesperrt. Fotos: Lucas ConcasBild: Die Gymnasiumstraße ist rund um das betroffene Gebäude während der Löscharbeiten gesperrt. Fotos: Lucas Concas

In diesem Pkw brach möglicherweise das Feuer aus, das auf das Gebäude übergriff. Fotos: Klaus-Dieter HäringBild: In diesem Pkw brach möglicherweise das Feuer aus, das auf das Gebäude übergriff. Fotos: Klaus-Dieter Häring

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