HADAMAR. Das Projekt „Feuerwehrhaus Mitte am Hadamarer Stock“ kommt in die heiße Phase und muss entschieden werden ...

Nach Untersuchungen werden andere Standorte verworfen / Bürgermeister Ruoff dringt auf eine Entscheidung

Von Klaus-Dieter Häring

Ausschlaggebend sein wird die 3. Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 10. September. Dann wird darüber entschieden, ob der Planungsstopp aufgehoben wird und das Projekt fortgeführt werden kann. Informationen über den derzeitigen Stand erhielten die Stadtverordneten jetzt bei einem Ortstermin, der unter anderem zu den Alternativflächen am Rande des Industriegebietes Nord führte.

Wie Stadtverordnetenvorsteher Michael Lassmann (CDU) anführte, seien sämtliche Alternativflächen mit dem Ergebnis „nicht weiter zu verfolgen“ vom Planungsbüro eingeschätzt worden. Hier wird unter anderem als negative Einschätzung bei allen drei Flächen „nicht erschlossen“ und „keine Baufreiheit“ angeführt. Aus Sicht der Objektplanung bietet keiner der drei untersuchten Alternativstandorte gegenüber dem bisher verfolgten Standort einen planungsrechtlichen, verkehrlichen oder topografischen Vorteil. Daher wurde am letzten Standort der Begehung der Platz am eigentlich vorgesehenen Standort eingenommen.

Der lange Kampf um Fördermittel

Hier wusste Bürgermeister Michael Ruoff (CDU) von einem neuen Betrag der Förderung zu berichten. Demnach steigert sich die Förderung durch das Land Hessen von vormals 570.000 Euro auf jetzt 620.000 Euro. Die aber nur, wenn bis zum 14. September eine Erklärung vonseiten der Stadt Hadamar über eine Weiterverfolgung des Projektes vorliegt. Da aber derzeit noch ein Stoppbeschluss der Stadtverordneten vorhanden ist, lässt dieser eine Weiterverfolgung nicht zu. Dieser Stoppbeschluss müsste nun in der Sitzung am 10. September aufgehoben werden, ansonsten würden die Fördermittel gestrichen. „Und wir haben lange um diese Förderung gekämpft“, so Bürgermeister Michael Ruoff. So wie auf einer Sitzung der Bürgermeister des Landkreises, wo das Hadamarer Projekt erst an dritter Stelle gelistet wurde. Da nur ein Projekt pro Landkreis gefördert wird, wurde durch die Bürgermeister dann das Hadamar-Projekt auf eins gesetzt und so in die Förderung aufgenommen.

Sollte der Stoppbeschluss weiter bestehen, würde die Förderung gestrichen und der Landkreis Limburg-Weilburg würde dann kein anderes Projekt in die Förderung bekommen. Da nach den Worten des Bürgermeisters nur bei der Feuerwehr Steinbach Handlungsbedarf besteht, könne der Baustopp aufgehoben werden. Auf die Frage von Jürgen Wittig (FWG), wo denn von Seiten der Feuerwehr gespart werden könne, wurde auf den Verkauf von Feuerwehrfahrzeugen hingewiesen. Nach den Worten von Stadtbrandinspektor Mathias Ammann müsse das Feuerwehrhaus so wie zu Beginn geplant gebaut werden. Da nicht feststehen würde, ob in fünf Jahren andere Feuerwehren mit in dieses Haus ziehen würden und in den alten Plänen genügend Platz wäre. Einsparungen würden sich seinen Worten nach durch den Verkauf von nicht benötigten Feuerwehrfahrzeugen der Wehren ergeben, die mit in das Feuerwehrhaus einziehen.

Auch Niederhadamar will an den „Stock“

Hier kam aus der Runde durch Markus Schneider (SPD und Feuerwehrmann) die Aussage, dass sich die Niederhadamarer Wehr vorstellen könne, „mit reinzugehen“, was dann mit Erstaunen auch von CDU-Seite so aufgenommen wurde. Eindringliche Worte gab es dann am Ende der Begehung vom Bürgermeister: „Ich werbe dafür, lasst uns endlich anfangen, die Entscheidung muss fallen“. Die Entscheidung könnte den Verantwortlichen schon alleine dadurch leichter fallen, dass auch eine Entscheidung über das geplante, angrenzende Gewerbegebiet gefallen ist, da das benötigte Gelände zur Verfügung steht. Hier empfiehlt die Projektsteuerung, die Planungen für den Neubau des Feuerwehrhauses und die Entwicklung des Gewerbegebietes teilweise voneinander zu separieren. Für das Grundstück des Feuerwehrhauses befindet sich bereits ein Bauleitverfahren in Bearbeitung. Eine Zusammenführung dieses Verfahrens mit der konzeptionellen Entwicklung des Gewerbegebietes könnte zu Verzögerungen führen und ist daher im Hinblick auf die termingerechte Entwicklung des Feuerwehrhauses kritisch zu bewerten. Hier wird empfohlen, das laufende Planverfahren für das Feuerwehrhaus zunächst eigenständig fortzuführen und die weitergehende Entwicklung des Gewerbegebietes parallel und in einem separaten Planungsschritt zu bearbeiten.

Die Stadtverordnetenversammlung ist am kommenden Donnerstag, 10. September, ab 19 Uhr. Die Sitzung ist öffentlich.

Stadtverordnete und Mitglieder der Feuerwehr Hadamar informieren sich über alternative Standorte für die neue Feuerwache der Stadt. Foto: Klaus-Dieter HäringBild: Stadtverordnete und Mitglieder der Feuerwehr Hadamar informieren sich über alternative Standorte für die neue Feuerwache der Stadt. Foto: Klaus-Dieter Häring

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