BESELICH. Die Beselicher Gemeindevertreter haben erneut eine besondere Sitzung abgehalten ...
Besichtigungen in Obertiefenbach und Schupbach: In Beselich entspricht keines der Gebäude den Anforderungen
Von Peter Schäfer
Nachdem im Juni schon die Feuerwehrhäuser in Heckholzhausen und Niedertiefenbach besichtigt worden waren, hatte Christoph Heep (CDU), der Vorsitzende der Gemeindevertretung, nun zu Vor-Ort-Terminen der Feuerwehrhäuser Schupbach und Obertiefenbach eingeladen. Auch in diesen beiden Ortsteilen wurde offenkundig: Die Feuerwehrhäuser in Beselich müssen aufgrund zu vieler Mängel dringend erneuert werden. Die Begehungen ließen erkennen: Neue Standorte könnten die vorhandenen Probleme lösen. In einem zeitlichen Horizont von mindestens zehn Jahren dürften daher Investitionen in Millionenhöhe auf die Kommune zukommen.
Auch die beiden weiteren Besichtigungstermine stießen auf großes Interesse: Neben Beselichs Bürgermeister Kai Speth (parteilos) und Bauamtsleiter Andreas Ott aus dem Rathaus waren viele Gemeindevertreter und zahlreiche Feuerwehrleute sowie einige Bürger der Einladung gefolgt. Christoph Heep zeigte sich über das große Interesse sehr erfreut. Klar war nach den Erläuterungen von Bauamtsleiter Andreas Ott und den Feuerwehrverantwortlichen sowie den Besichtigungen die Erkenntnis, dass mittlerweile keines der vier Feuerwehrhäuser der Gemeinde Beselich den aktuellen Vorschriften entspricht.
Elementarste Dinge sind nicht erfüllt
Dass elementarste Dinge nicht erfüllt sind, wie zum Beispiel zeitgemäße Umkleide- oder Sanitärräume, die viel zu klein sind, wurde sowohl bei der Feuerwehr Schupbach in der dortigen Mittelstraße als auch in Obertiefenbach Am Kies deutlich. Schwierig sei weiter auch die Parkplatzsituation für die Feuerwehrleute für Übungen und im Falle eines Einsatzes in Schupbach, wie Marco Jack, der stellvertretende Wehrführer, in seinen Erläuterungen erwähnte. Beengte Verhältnisse zeigten sich allein schon in den Fahrzeugboxen. So sei es nach zum Beispiel im Falle eines Einsatzes nicht möglich, das Einsatzfahrzeug innerhalb der Feuerwehrhäuser zu besetzen, sodass zunächst in den Feuerwehrhof gefahren werden müsse, bevor die Einsatzkräfte einsteigen könnten.
Auf drei Stockwerke verteilt befinden sich die Nutzungsräume der Schupbacher Feuerwehr. Von Barrierefreiheit kann da nicht die Rede sein. Große Einmütigkeit herrschte zu der Erkenntnis: Der Standort kann nicht erhalten bleiben. Bürgermeister Speth formulierte es klar: „Hier ist nix mit Anbau oder Umbau.“ Bauamtsleiter Ott fügte an, ein wichtiger Schritt sei es, zunächst mal ein Grundstück für den neuen Standort zu erwerben. Erfreut zeigten sich die Schupbacher Feuerwehrleute darüber, dass die Anschaffung eines neuen, mittleren Löschfahrzeugs als Ersatz für das mittlerweile 38 Jahre alte Fahrzeug beschlossene Sache ist.
Gutachten warnt vor An- oder Umbauten
Auch nach der Besichtigung des Feuerwehrhauses in Obertiefenbach wurde klar: Hier wird ebenfalls ein neuer Standort erforderlich sein. Bauamtsleiter Andreas Ott verwies in dem Zusammenhang auch auf ein Gutachten, das davor warnt, am aktuellen Standort „Am Kies“ An- oder Umbauten vorzunehmen. Der Name selbst deute an, dass nicht genug Stabilität gewährleistet sei. Zudem sei es sinnvoll, einen neuen Standort mit besserer verkehrlicher Situation zu finden. Man befinde sich diesbezüglich in guten Gesprächen, hieß es. Wehrführer Dirk Tovornik und der Feuerwehrvereinsvorsitzende Michael Mai verschafften in ausführlichen Erläuterungen einen Überblick über die Problematik des Obertiefenbacher Feuerwehrhauses. Hinzu kommt laut Gemeindebrandinspektor Christoph Retagne die Sondersituation, dass am dortigen Standort für einen Neubau zwei weitere Boxen für die Unterbringung von zwei sogenannten Dekon-Fahrzeugen, das sind Spezialfahrzeuge zum Einsatz bei Katastrophen, erforderlich sind.
Nachdem es schon einige Beratungen bezüglich neuer Feuerwehrhäuser gegeben hat, zeichnet sich folgende Priorisierung ab: Als erstes wird in Heckholzhausen neu gebaut. Dort besteht laut Bauamtsleiter Ott schon seit 2024 ein Plan für den Neubau mit drei Fahrzeugboxen. „Alleine der Beschluss über den Bebauungsplan wird eineinhalb Jahre dauern. Es werden sicher drei bis vier Jahre vergangen sein, bis das Projekt mit aktuell geplanten Kosten von rund 3,6 Millionen Euro realisiert werden kann.“ Als zweites Bauvorhaben steht ein neues Feuerwehrhaus in Obertiefenbach an. Es folgen Schupbach und Niedertiefenbach. Zum Schluss der Besichtigungen lobte Christoph Heep die vier Vor-Ort-Termine bei den Feuerwehren. Sie hätten gezeigt, dass die Feuerwehrleute trotz schwieriger Bedingungen eine „hervorragende, ehrenamtliche Arbeit“ leisteten.
Bild: Auf dem Gelände der Obertiefenbacher Feuerwehr wird das neue Feuerwehrfahrzeug präsentiert, über das die Floriansjünger seit August verfügen. Demnächst wird es einen Festakt zur offiziellen Übernahme geben. Fotos: Peter Schäfer
Bild: Auch in Schupbach wird deutlich: Es bedarf eines Neubaus des Feuerwehrhauses. In absehbarer Zeit wird zudem das mittlerweile 38 Jahre alte Feuerwehrfahrzeug durch ein neues ersetzt werden. Fotos: Peter Schäfer
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