WEILMÜNSTER. Anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens hat die Jugendfeuerwehr Weilmünster zum Auftakt ins Jubiläumswochenende ein Konzert organisiert, bei dem die „Dorfrocker“ die Bühne auf dem Kirberg erobert haben ...

Jugendfeuerwehr Weilmünster feiert ihr Jubiläum mit Musik, Ehrungen, Komplimenten und vielen Gästen

Von Margit Bach

Kühle Temperaturen und ein paar Regentropfen taten der Stimmung keinen Abbruch. Mit viel Bewegung, warmer Kleidung und guter Laune feierte das Publikum auf dem hoch über Weilmünster gelegenen Festivalgelände.

In einer Feierstunde im Feuerwehrhaus Weilmünster blickte die Jugendfeuerwehr zwei Tage später zusammen mit vielen Gästen stolz und dankbar auf 50 Jahre engagierte Jugendarbeit zurück. „Seit fünf Jahrzehnten stehen Gemeinschaftssinn, Verantwortungsbewusstsein und ehrenamtliches Engagement im Mittelpunkt – getragen von vielen Generationen junger Menschen und ihren Ausbildern“, erklärte das Jugendwarte-Team mit Lisa Huth und Marlon Sachse.

Bei bester Stimmung und begleitet von einer informativen Ausstellung mit Erinnerungen begrüßte Wehrführer Kai Cimander die Gäste, darunter auch Bürgermeister Mario Koschel und den Landtagsabgeordneten Andreas Hofmeister (beide CDU), den Ersten Beigeordneten Uwe Schmidt (SPD) sowie Mitglieder von Gemeindevorstand und Fraktionen, Jürgen Siegel vom Kreisfeuerwehrverband, Nina Nickel von der Kreisjugendfeuerwehr und Gemeindebrandinspektor Thorsten Pfeiffer und seinen Stellvertreter Björn Ruck. Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzender Thomas Schmidt und Kreisbrandinspektor Frederik Stahl waren verhindert und ließen Grüße überbringen.

Junge Menschen begeistern, ist eine wichtige Aufgabe

Kai Cimander sprach den vielen Helfern rund um das Jubiläum seinen Dank aus, ebenso auch dem Elferrat des TuS 03 Weilmünster für die Bewirtung. Andreas Hofmeister gratulierte der Jugendfeuerwehr zum Jubiläum. „Junge Menschen zu begeistern, das ist ganz wichtig“, sagte er. Die Arbeit in der Feuerwehr sei eine sinnvolle Beschäftigung, bei der gemeinsames Anpacken und Lösungen finden schon von jungen Jahren an geübt werde. Weilmünster sei ohne seine Feuerwehr und Jugendfeuerwehr undenkbar, und dies nicht nur in Notfällen, fügte der Landtagsabgeordnete an.

Als die Jugendfeuerwehr gegründet wurde, sei er gerade einmal zwei Jahre alt gewesen, blickte Bürgermeister Mario Koschel zurück. Heute sei die Großgemeinde mit ihren zehn Ortsteilen mit Feuerwehr, Kinder- und Jugendwehr sehr gut aufgestellt. Er dankte allen für ihren „guten, wichtigen Job“. Jürgen Siegel gratulierte im Namen des Kreises und erinnerte an die Gründung der Ernst-Joeres-Feuerwehr-Stiftung 2020. Seitdem würden auch Jubiläen gefördert, das stehe noch aus, sagte er. „Ihr könnt stolz darauf sein, was ihr geleistet habt“, sagte Nina Nickel und ergänzte: „Hier werden die Informationen von Generation zu Generation weiter gegeben“. Auch die Gruppengröße könne sich sehen lassen. „Die Arbeit trägt Früchte – ihr habt Großartiges geleistet“.

Gemeindebrandinspektor Thorsten Pfeiffer sprach von der „Erfolgsgeschichte einer Idee“. Er sagte: „Die Visionäre wussten, die Begeisterung zu entfachen“. Vor 50 Jahren sei die Idee zur Stärkung der Jugendarbeit gekommen und neun Buben seien die ersten Jugendfeuerwehrmitglieder geworden, blickte Kai Cimander zurück. Der erste Jugendwart war Karlheinz Schliffer, der 1977 mit 21 Jungen sowie Hans-Hermann Scherber, Reini Tyl, Frank Pflüger und Barbara Schmidt vom Partnerschaftsausschuss eine Woche lang die französische Partnerstadt Le Cheylard besuchte. Noch heute erinnere dort ein mitgebrachtes, auf einen Holzsockel montiertes altes Messingstrahlrohr an dieses Ereignis, dem ein Gegenbesuch folgte und aus dem sich eine Freundschaft entwickelte. Vor 20 Jahren sei dann auch eine Kinderfeuerwehr im Marktflecken gegründet worden.

Ehemaliger Jugendwart erzählt Anekdoten

Thorsten Pfeiffer, der drei Jahre lang als Jugendwart wirkte, erinnerte an ein Zeltlager, bei dem alle im Regen „absoffen“. Auch 2010 sei ein besonderes Jahr gewesen, als „100 Jahre Feuerwehr Weilmünster“ gefeiert wurde. Bernd Pamp stach 1986 bei einem Zeltlager hervor, weil er als Clown (und Jugendwart) viel Blödsinn im Kopf hatte. Dies brachte ihm den Spitznamen „Burli“ ein. Den hat er noch heute. Damals hätten die Betreuer noch aufpassen müssen, dass die Jugendlichen nachts nicht ausbüxten. Heute dagegen lege sich „die Jugend ins Bett und macht Heia“. 1975 seien „Frauen in der Feuerwehr“ noch „neumodische Ferz“ gewesen, „des gibt’s net und des brauche mer net“ schilderte Peter Schwarz. Er wurde zusammen mit Michael Quillmann und Uwe Möller mit einer Schieferplatte geehrt. Weiterhin wurden vom Feuerwehrverein Hartmut Kremer für 25 Jahre, Barbara Jost für 40 Jahre sowie Peter Schwarz und Michael Quillmann für 50 Jahre ausgezeichnet. Vom Nassauischen Feuerwehrverband erhielten Christopher Hein, Tillmann Garbe, Florian Gath, Sascha Moos und Nicole Schöttler Ehrenpreise, vom Landesfeuerwehrverband gingen Kinderfeuerwehrmedaillen in Gold an Jana Angelina Langhans, Sandra Scherber und Diana Schönfelder.

Gründungsmitglieder und ehemalige Jugendwarte der vergangenen 50 Jahre, von denen aber nicht alle anwesend waren: (hintere Reihe, von links) Uwe Möller, Michael Quillmann, Thorsten Pfeiffer, Wulf Weil, Peter Schwarz, Dirk Schliffer und Hartmut Lehr sowie (vordere Reihe, von links) Oliver Vazquez, Kristina Bettner, Lisa Huth, Marlon Sachse, Nicole Schöttle, Bernd Pamp-Ehrmann und Oliver Schmidt. Fotos: Margit BachBild: Gründungsmitglieder und ehemalige Jugendwarte der vergangenen 50 Jahre, von denen aber nicht alle anwesend waren: (hintere Reihe, von links) Uwe Möller, Michael Quillmann, Thorsten Pfeiffer, Wulf Weil, Peter Schwarz, Dirk Schliffer und Hartmut Lehr sowie (vordere Reihe, von links) Oliver Vazquez, Kristina Bettner, Lisa Huth, Marlon Sachse, Nicole Schöttle, Bernd Pamp-Ehrmann und Oliver Schmidt. Fotos: Margit Bach

Die aktuellen Jugendwarte (von links) Lisa Huth und Marlon Sachse mit den Gründungsmitgliedern Peter Schwarz, Michael Quillmann und Uwe Möller, denen sie eigens angefertigte Schiefertafeln überreichen. Fotos: Margit BachBild: Die aktuellen Jugendwarte (von links) Lisa Huth und Marlon Sachse mit den Gründungsmitgliedern Peter Schwarz, Michael Quillmann und Uwe Möller, denen sie eigens angefertigte Schiefertafeln überreichen. Fotos: Margit Bach

Als die „Dorfrocker" die Bühne auf dem Kirberg in Weilmünster erobern, feiert das Publikum trotz kühler Temperaturen und ein paar Regentropfen eine ausgelassene Party. Fotos: Margit BachBild: Als die „Dorfrocker" die Bühne auf dem Kirberg in Weilmünster erobern, feiert das Publikum trotz kühler Temperaturen und ein paar Regentropfen eine ausgelassene Party. Fotos: Margit Bach

logo wtHinweis: Verwendung der Artikel mit freundlicher Genehmigung von mittelhessen.de.

 

 

 


Zurück