WEILBURG. Mehr als 700 Kinder zwischen sechs und zehn Jahren aus 47 der 72 existierenden Nachwuchsfeuerwehrgruppen des Landkreises Limburg-Weilburg sind im Wildpark „Tiergarten“ Weilburg zusammengekommen, um beim Kinderfeuerwehrtag an einer Rallye mit 15 Stationen teilzunehmen ...

Am Kinderfeuerwehrtag in Weilburg nehmen mehr als 700 Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren aus 47 Nachwuchsfeuerwehrgruppen des Landkreises teil

Von Heinz-Jürgen Deuster

Damit wurde die Vorjahreszahl von 680 noch einmal gesteigert.

Ursprünglich ist dieser Tag eingebaut in das alljährliche Zeltlager der Jugendfeuerwehren, das normalerweise von Mittwoch bis Sonntag über Fronleichnam stattfindet. Dann stoßen samstags die Kinder dazu, um sie in spielerischer Form heranzuführen an die Aufgaben in der Jugendfeuerwehr.

Kinderfeuerwehren tragen auch zur Integration bei

Der bundesweite Mitmach-Tag richtet sich an die Kindergruppen in den Feuerwehren und an alle Kinder, die zur Feuerwehr wollen. Die Feuerwehren sind aufgerufen, einen Mitmach-Tag mit ihren Kinder-Abteilungen als interne Veranstaltung oder als „Tag der offenen Tür“ anzubieten. Seit 15 Jahren, anfänglich mit 150 Teilnehmern, bietet der Kreisfeuerwehrverband mit seinem Fachbereich Kinderfeuerwehr diesen Tag an.

Dieses Jahr fand der Kreisfeuerwehrband keinen Ausrichter für das Zeltlager, das damit ausfallen musste. Sarah Michler, Sprecherin des Fachbereichs, und ihre Mitarbeiterin Svenja Steiof betonen aber die Bedeutung dieses Tages und man entschloss sich, im Wildpark den Kinderfeuerwehrtag unabhängig von den älteren Gruppen zu organisieren.

„Gemeinsames Handeln, die Umwelt, soziales Miteinander – alles wichtige Elemente in der Kindesentwicklung, die sich in der Feuerwehr und im Wildpark wiederfinden. Beides passt prima zusammen“, sagten die beiden Frauen. Spiele, sportliche Aktivitäten und Teamwork gehören schon seit Jahren zu den Kinderfeuerwehrtagen, schulen sie doch Teamwork mit Spaß. Statistiken hätten gezeigt, dass knapp 50 Prozent der Kinder und Jugendlichen, die sich in der Feuerwehr engagieren, auch als Erwachsene dabei bleiben.

Christian Gros vom Vorstand des Kreisfeuerwehrverbands erläuterte, dass im vergangenen Jahr allein in Weilburg die Feuerwehr 273 Einsätze gefahren ist mit etwa 12.000 Stunden. Alles ehrenamtlich Einsätze, daher sei viel Nachwuchs sehr bedeutsam für die Zukunft. „Bedenkt man, dass die immer anspruchsvollere Technik einhergeht mit einer längeren und intensiveren Ausbildung zum Benutzen der Geräte, müssen Einsätze und Verwendung der Geräte immer wieder geschult werden“, so Christian Gros. Um so wichtiger sei es, die Kinder für die Feuerwehr zu motivieren. Inzwischen würden die Kinder aus allen Schichten der Bevölkerung mit unterschiedlichem Hintergrund kommen. Somit würden die Kinderfeuerwehren auch zur Integration beitragen. Die größte Gruppe kam aus Oberbrechen mit 36 Teilnehmern, aus Weilburg waren acht Stadtteile vertreten: Ahausen mit elf, Bermbach mit sechs, Gaudernbach mit 15, Hirschhausen mit neun, Kirschhofen mit neun, Kubach mit 15, Waldhausen mit 21 und Weilburg mit 15.

Es geht nicht um Sieg oder Niederlage, sondern um Spaß

Alle Gruppen nahmen an einer Rallye teil mit 15 Rätselstationen und drei Mitmachstationen. Ob Löschritter, Löschdrachen oder Löschlöwen, auch die Namen der Gruppen waren auf T-Shirts oder Kappen zu lesen und alle leicht zu identifizieren, dabei besonders originell der Name der Blaulichtbande Werschau. Bei herrlichem Wetter hatten alle Anwesenden viel Spaß. Ob beim Hirschkäfersuchen oder beim Rätselraten, welche Bäume welche Rinde haben oder wie eine Gruppe von Wölfen genannt wird – die Anzahl der Aufgaben und die große Runde im Park waren schon herausfordernd. Die begleitenden Erwachsenen jeder Gruppe achteten auf die Sicherheit, dass die Gruppe zusammenblieb, halfen beim Bewältigen von Aufgaben und hatten viel zu tun.

Auf der Hälfte der Runde standen Gabi Schmitt und Max Lanio, ebenfalls Mitarbeiter im Fachbereich, bereit, den Durst aller an der Köhlerhütte zu stillen, während am Ende am Bienenhaus alle Gruppen zum abschließenden Essen zusammenkamen, und um miteinander Erfahrungen auszutauschen. Das Ende war offen und jeder konnte so lange bleiben, wie er wollte. Sieger wurden dabei keine gekürt, denn es ging nicht um Sieg oder Niederlage, sondern um den gemeinsamen Spaß.

Wenn man bedenkt, dass alle ehrenamtlich tätig sind, kann man alle Helfenden nicht genug loben. So viele Teilnehmer bedeuteten zudem eine riesige organisatorische Aufgabe, die der Fachbereich Kinderfeuerwehr auch ohne zusätzliche Hilfe nicht geschafft hätte. So hat das Land Hessen diesen Tag besonders gefördert, Hessen Forst half bei den Kosten für den Eintritt, sowie die Firma Bördner und die Stadtwerke mit der Logistik. Dieser Tag war für alle eine ganz besondere Erfahrung.

Fast wie ein Wimmelbild: An dem Aktionstag nehmen viele Kinder teil. Hier ist die Bienenstation zu sehen, an der für Essen und Trinken gesorgt ist. Fotos: Heinz-Jürgen DeusterBild: Fast wie ein Wimmelbild: An dem Aktionstag nehmen viele Kinder teil. Hier ist die Bienenstation zu sehen, an der für Essen und Trinken gesorgt ist. Fotos: Heinz-Jürgen Deuster

Sarah Michler (links), Sprecherin des Fachbereichs Kinderfeuerwehr, und ihre Kollegin Svenja Steiof empfangen alle Gruppen am Eingang. Fotos: Heinz-Jürgen DeusterBild: Sarah Michler (links), Sprecherin des Fachbereichs Kinderfeuerwehr, und ihre Kollegin Svenja Steiof empfangen alle Gruppen am Eingang. Fotos: Heinz-Jürgen Deuster

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