RUNKEL-ARFURT (red). Die Freiwillige Feuerwehr Arfurt, deren 125-jähriges Bestehen die kleine Lahngemeinde in diesem Jahr begeht, verhinderte seit ihrer Gründung im Jahr 1901 die Ausbreitung zahlreicher Brände ...

Referat von Willi Normann spricht im Erzählcafé über die geschichtliche Bedeutung der Feuerwehr

Der selbstlose Einsatz von Hunderten aktiver Feuerwehrleute für die Dorfgemeinschaft sowie Schutz und Hilfe nicht nur bei Bränden im Laufe der Vereinsgeschichte erfüllt viele Bewohner mit Stolz und Dankbarkeit.

Auf die Initiative von Willi Normann, der über die geschichtliche Bedeutung der Feuerwehr und die Brandbekämpfung in vorherigen Jahrhunderten detailreich referierte, lud der Ortsausschuss des Kirchortes Arfurt gemeinsam mit dem Erzählcafé-Team zu einem unterhaltsamen und gemütlichen Nachmittag bei Kaffee und Kuchen ein.

Viele Besucher waren der Einladung zum Erzählcafé gefolgt, um den mit Bildern anschaulich dargestellten Ausführungen von Willi Normann zu folgen. Welche Bedeutung der technische Fortschritt im 20. Jahrhundert mit Fahrzeugen, Druckwasserleitung und Spezialgeräten hatte, wurde im Vergleich mit der Brandbekämpfung etwa im 16. bis 19. Jahrhundert deutlich.

Hat der Ort Arfurt zwar mit der lokalen Nähe zur Lahn im Gegensatz zu anderen Orten den Vorteil, auf kurzem Weg Löschwasser zu bekommen, so war es dennoch mühevoll und zeitaufwendig, mit in einer Menschenreihe weitergegebenen Leder- oder Stroheimern das lebensbedrohliche Element zu bekämpfen. Normanns intensive Recherchen in der Dorfchronik, historischen Zeitungsberichten sowie Aufzeichnungen der Nachbargemeinde Villmar belegten eindrucksvoll, dass gerade in den Jahrhunderten vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr mit viel Einsatz und Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft schlimme Brände eingedämmt werden konnten.

Historische Quellen belegen dies beispielsweise an dem im Jahr 1831 durch Brandstiftung verursachten Großbrand, durch dessen Ausbreitung einige Scheunen und Wohnhäuser in der heutigen Langgasse zerstört wurden und der ausgerechnet am heute als „Schwesternhaus“ bekannten Wohngebäude gestoppt werden konnte. Immer wieder lassen sich in den geschichtlichen Aufzeichnungen auch Bezüge zum Glaubensleben finden, wo die Dankbarkeit der Menschen gegenüber Gottes Schutz und Hilfe deutlich wird.

Im Vereinsheim genossen die Gäste die vom Erzählcafé-Team (Marga Daniel, Sybille Fuchs, Doris Geiberger, Chriesildis Jung, Marianne Jung, Karin Latsch sowie neu im Team Beate Krtsch und Daniela Weber) selbst gebackenen Kuchen.

Willi Normann berichtet über die Bedeutung der Feuerwehr und die Brandbekämpfung früher. Foto: Patricia BieskeBild: Willi Normann berichtet über die Bedeutung der Feuerwehr und die Brandbekämpfung früher. Foto: Patricia Bieske

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