RUNKEL-ARFURT. Die Freiwillige Feuerwehr Arfurt hat in diesem Jahr einen besonderen Grund zum Feiern, begeht sie doch mit der Gründung vor 125 Jahren ein besonderes Jubiläum ...
Großes Engagement für die Sicherheit: Die Freiwillige Feuerwehr Arfurt feiert ihr Jubiläum
Von Peter Schäfer
Dieser großartige „Geburtstag“ wird zum Anlass genommen, das ehrenamtliche Engagement und die Sicherheit für die Gemeinschaft ausgiebig zu würdigen. Gegründet im Jahr 1901, gehört die Feuerwehr aus dem Runkeler Stadtteil zu den ältesten im Kreis und blickt somit auf eine lange Tradition zurück.
Das Feuerwehrwesen spielt in dem Dorf mit rund 850 Einwohnern schon immer eine große Rolle. Bei 220 Vereinsmitgliedern zählt aktuell die Einsatzabteilung 25 aktive Kameradinnen und Kameraden. Ergänzt wird die Truppe durch 16 Mitglieder der sogenannten Sonntagsgruppe. In einem Punkt ist die Arfurter Wehr ein Runkeler Vorreiter, wurde doch vor einem Jahrzehnt eine Kinderfeuerwehr mit derzeit zwölf Mitgliedern gegründet und auch schon seit 1999 gibt es eine rege Jugendfeuerwehr mit aktuell 13 Mitgliedern. Auch die technische Ausstattung ist im Laufe der Jahre weiter verbessert worden.
Bis zum ersten Einsatz dauerte es mehr als ein Jahr
Den ersten dokumentierten Großbrand in Arfurt gab es im Jahr 1685. Nicht einfach, sich angesichts der technischen Entwicklung vorzustellen, wie zur damaligen Zeit die Bemühungen aussahen, diesen zu löschen. Mit der offiziellen Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Arfurt am 30. Mai 1901 von 35 engagierten Männern begann ein großer Einsatzwille: Beim ersten dokumentierten Einsatz am 3. November 1902, einem Zimmerbrand, waren die Feuerwehrmänner bereits sieben Minuten nach Ausbruch des Feuers am Einsatzort, wie den Unterlagen zu entnehmen ist. Eine besondere Leistung damals war die Bereitschaft der Gründungsmitglieder, ihre ersten Uniformröcke aus eigener Tasche zu finanzieren – ein deutliches Zeichen ihres starken Gemeinschaftsgeistes und ihrer Verbundenheit zur Aufgabe.
Auch Disziplin spielte von Beginn an eine wichtige Rolle: Wer den Übungen fernblieb, musste eine Strafe von 50 Pfennig entrichten. Bereits vor der offiziellen Gründung hatte der Ort im Jahr 1900 eine Handdruckspritze angeschafft, die auf Antrag des Bürgermeisters im Jahr 1901 in die alleinige Verfügung der Arfurter Feuerwehr überging und somit eine wichtige Grundlage für den Einsatzdienst bildete. Im darauffolgenden Jahr, am 11. Oktober 1902, richtete Arfurt den ersten Feuerwehrverbandstag aus, an dem sich sechs Wehren mit insgesamt 115 Feuerwehrmännern beteiligten. „Diese frühen Ereignisse legten den Grundstein für eine lange Tradition des freiwilligen Engagements, der großartigen Verlässlichkeit und der gelebten Kameradschaft“, wie in Aufzeichnungen zu lesen ist.
1936 wurde die erste Motorspritze für Arfurt angeschafft. 1947 erhielt die Feuerwehr ihr erstes motorisiertes Fahrzeug, einen alten VW-Bus.
Arfurter Feuerwehrhaus wurde 1962 gebaut
1962 wurde mit dem Bau des Feuerwehrgerätehauses begonnen, das bis zum heutigen Tag überwiegend durch die Arfurter selbst in Schuss gehalten wird. 1971 gab es das erste Löschfahrzeug und seit 1980 bestehen Schulungs- und Vereinsräume. Seit 1984 engagieren sich auch Frauen in der Arfurter Feuerwehr. Durch die Gründung der Jugendfeuerwehr 1999 und der Kinderfeuerwehr 2016 sind die Aktivitäten in der Nachwuchsarbeit vielfältig. Groß ist die Freude, dass die Arfurter Brandbekämpfer seit vorigem Jahr auch über ihr erstes wasserführendes Fahrzeug verfügen – auch wenn es sich um ein gebrauchtes Fahrzeug handelt, das vorher von der Ennericher Feuerwehr genutzt wurde, die ein neues, größeres Fahrzeug erhalten hat.
Peter Köhler, seit 2003 stellvertretender Wehrführer und seit 2009 Wehrführer in Arfurt, sowie Martin Janz, seit 2013 der Vorsitzende des damals gegründeten Feuerwehrvereins, zeigten sich erst kürzlich bei der Jahreshauptversammlung zum wiederholten Male begeistert vom Arfurter Feuerwehrwesen. Die Floriansjünger überzeugten durch Fitness, hohe Belastbarkeit, vorbildlichen Mut und ausgeprägten Teamgeist. Schon bei vielen Einsätzen hätten sie bewiesen, schnell Entscheidungen in Gefahrensituationen zu treffen, um Menschen, Tiere und Sachwerte zu retten, zu löschen, zu bergen und zu schützen, so das Duo.
SO WIRD DAS JUBILÄUM GEFEIERT
Der Höhepunkt des Jubiläumsjahres wird das große Fest vom 12. bis 15. Juni sein. Den Auftakt bildet am Freitag ein Sektempfang im Bürgerhaus ab 18.30 Uhr, dem sich ab 19 Uhr der Festkommers anschließt.
Am Samstag, 13. Juni, steht ab 14 Uhr die 51. Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Limburg-Weilburg auf dem Programm, die eigens aus Anlass des Jubiläums in Arfurt stattfindet.
Der Sonntag, 14. Juni, beginnt um 9.30 Uhr mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Lambertus Arfurt. Im Anschluss wird mit einem Festumzug durch den Ort zum Bürgerhaus ein weiteres Mal viel los sein. Dort schließt sich ab 11 Uhr ein Frühschoppen mit musikalischer Begleitung durch das Blasorchester der Feuerwehr Villmar an. Zudem ist eine große Fahrzeugausstellung geplant, an der sich unter anderem die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk (THW) und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) beteiligen werden.
Den Abschluss bildet am Montag ab 10.30 Uhr ein gemeinsamer Frühschoppen der Ehren- und Altersabteilungen des Kreises sowie der Dorfgemeinschaft.
Bild: Eine starke Gruppe: ehemalige und derzeit aktive Feuerwehrleute sowie der Kinder- und Jugendlichen-Nachwuchs der Freiwilligen Feuerwehr Arfurt freuen sich auf das Jubiläum. Fotos: Freiwillige Feuewehr Arfurt
Bild: Gruppenbilder wurden bei der Arfurter Feuerwehr auch schon vor 100 Jahren gemacht, hier zum 25-jährigen Bestehen der Floriansjünger im heutigen Runkeler Stadtteil. Fotos: Freiwillige Feuewehr Arfurt
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