WEILMÜNSTER-LAIMBACH. 119 Einsätze, keine Verletzten und 23.305 Stunden für die Sicherheit anderer – die Zahlen der Jahreshauptversammlung der Weilmünsterer Feuerwehren haben gezeigt, dass nach wie vor Verlass auf das Ehrenamt ist ...

Jahreshauptversammlung der Weilmünsterer Feuerwehren im Dorfgemeinschaftshaus in Laimbach

Von Hannah Rösen

Anhand mehrerer Dokumentationen, darunter dem Jahresbericht von Gemeindebrandinspektor Thorsten Pfeiffer, ließ man das vergangene Jahr im Dorfgemeinschaftshaus in Laimbach Revue passieren.

Zunächst gedachten die Gäste im Rahmen einer bewegenden Totenehrung derjenigen, die im Einsatz ihr Leben ließen. Besonderer Fokus lag auch auf Kevin Schweitzer, der nach schwerer Krankheit viel zu früh aus den Reihen der Feuerwehr gerissen wurde.

Mehrere Neubauten und Investitionen notwendig

Die anschließenden Grußworte der Ehrengäste unterstrichen die Bedeutung des Ehrenamts. Als Kreisbeigeordneter überbrachte Friedhelm Bender die Grüße des Landkreises in Vertretung von Landrat Michael Köberle (CDU). Er verdeutlichte, was den Einsatzkräften abverlangt werde und wie selbstverständlich sie sowohl ihre Freizeit als auch ihr Leben für die Allgemeinheit zur Verfügung stellten. Bender erinnerte an den Dachstuhlbrand zum Jahresbeginn 2025, bei dem Feuerwehrleute ihr Leben riskierten, während andere feierten. Mit der rhetorischen Frage, wie das gesellschaftliche Zusammenleben aussähe, würde es nicht so viele freiwillig Engagierte geben, regte er zum Nachdenken an. Der respektvolle Austausch auf Augenhöhe mit der Kommunalpolitik sei ebenfalls ein wichtiger Erfolgsfaktor, bei dem Bender betonte: „Am Ende sind Sie alle eines: Mensch.“ Sein Dank galt auch den Angehörigen der Feuerwehrfrauen und -männer, die oft auf gemeinsame Zeit verzichten müssten.

In Vertretung von Bürgermeister Mario Koschel (CDU) sprach der Beigeordnete Uwe Schmidt (SPD) im Namen des Gemeindevorstands sowie der SPD- und CDU-Fraktionen. Kreisbrandinspektor Frederik Stahl betonte, dass viele Menschen nur deshalb ruhig schlafen könnten, weil andere jederzeit bereit seien, zu helfen. Stahl zeigte sich stolz auf das funktionierende System, das jedoch nicht frei von Gefahren sei. Zudem hob er die Zusammenarbeit beim Einsatzgeschehen – zuletzt in Runkel – mit Polizei und Notfallseelsorge hervor. „Hervorragende Arbeit“ leiste auch die Messgruppe, so Stahl. Zuletzt warb er für die Kreisausbildung, die vor allem auf die Verlässlichkeit der Teilnehmer angewiesen sei.

Mit seinem ausführlichen Jahresbericht präsentierte Thorsten Pfeiffer die Entwicklung der Feuerwehren der Großgemeinde: Insgesamt 518 Mitglieder engagieren sich derzeit in den verschiedenen Abteilungen. „Durch eine gute Jugendarbeit entwickelt sich der Personalstand bei der Einsatzabteilung konstant weiter“, so Pfeiffer. Dem schloss sich Gemeindejugendfeuerwehrwart Yannik Schliffer an. Er berichtete über gemeinsame Aktivitäten wie Zeltlager und die Nachwuchsabteilungen, die längst „keine reine Männerdomäne“ mehr seien.

Neben Pfeiffers Rückblick auf zahlreiche Einsätze, angefangen mit dem Dachstuhlbrand in Wolfenhausen, über Personensuchen und Verkehrsunfälle bis hin zur Absicherung der Faschingsumzüge, sprach er auch Herausforderungen offen an. So bestehe bei einigen Feuerwehrhäusern weiterhin Handlungsbedarf, insbesondere in Essershausen. Perspektivisch seien Neubauten in Weilmünster und Wolfenhausen sowie Investitionen in Fahrzeuge und Ausstattung notwendig. Trotz der weltpolitischen Situation würden im Marktflecken stets „pragmatische Lösungen“ gefunden werden, meinte der Gemeindebrandinspektor.

Unter der Leitung von Wahlleiter Frederik Stahl standen Neuwahlen an. Thorsten Pfeiffer wurde als Gemeindebrandinspektor im Amt bestätigt, ebenso sein Stellvertreter Björn Ruck für weitere fünf Jahre.

Ehrenkreuz in Silber für Manfred Lommel

Im Mittelpunkt standen zudem zahlreiche Ehrungen: Das silberne Brandschutzehrenzeichen für 25 Jahre erhielten Daniel Wern, Dominik Zuth, Markus Welcker und Sven Metzler. Sven Otto wurde mit dem Bronzenen Brandschutzverdienstzeichen ausgezeichnet und zum Ehrenwehrführer der Feuerwehr Laubuseschbach ernannt. Mit dem goldenen Brandschutzehrenzeichen wurden Jörg-Peter Scherber (50 Jahre) sowie Jens Rosenkranz und Andreas Schuler (beide 40 Jahre) geehrt.

Für besondere Verdienste erhielt Manfred Lommel das Ehrenkreuz in Silber. Silberne Ehrenmedaillen gingen an Sven Medenbach, Christopher Hein, Lukas Balbach und Carolin Joeres. In Gold wurden Nicole Schöttle, Konstantin Fink, Niko Harnisch, Mirko Hoffmann, Annika Neitzel und Alexander Götz ausgezeichnet.

Am Ende blieb vor allem die Erkenntnis, dass es der Einsatz jedes Einzelnen ist, der die Feuerwehren des Marktfleckens stark und unverzichtbar macht.

Eine Rauchentwicklung hat einen Feuerwehreinsatz in diesem Haus in Lindenholzhausen ausgelöst Foto: Klaus-Dieter HäringBild: Für ihren langjährigen Dienst werden einige Feuerwehrfrauen und -männer mit Medaillen und Ehrenzeichen gewürdigt. Fotos: Hannah Rösen

Eine Rauchentwicklung hat einen Feuerwehreinsatz in diesem Haus in Lindenholzhausen ausgelöst Foto: Klaus-Dieter HäringBild: Sven Otto (rechts) erhält an diesem Abend nicht nur das Bronzene Brandschutzverdienstzeichen, sondern wird ebenfalls zum Ehrenwehrführer der Laubuseschbacher Feuerwehr ernannt. Fotos: Hannah Rösen

Im Anschluss an die Jahreshauptversammlung erhalten die Wehrführer der Feuerwehren des Marktfleckens Weilmünster eine Collage. Fotos: Hannah RösenBild: Im Anschluss an die Jahreshauptversammlung erhalten die Wehrführer der Feuerwehren des Marktfleckens Weilmünster eine Collage. Fotos: Hannah Rösen

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