LÖHNBERG. Die Freiwillige Feuerwehr Löhnberg hat allen Grund zum Feiern. Sie besteht nämlich bereits seit 125 Jahren ...
Freiwillige Feuerwehr Löhnberg feiert am 25. April ihr Jubiläum / Ein Blick zurück in die Geschichte
Von Heinz-Jürgen Deuster
Das Jubiläum wird am Samstag, 25. April, im Bürgerhaus „Löhnberger Lilie“ mit einem bunten Programm gefeiert. Los geht es um 10 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst und anschließenden Grußworten der Gäste. Danach beginnt der Frühschoppen mit musikalischer Untermalung des Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehr Oberbrechen. In 125 Jahren hat die Feuerwehr jede Menge erlebt. Wir werfen einen Blick zurück in die Geschichte.
Geschichtlich betrachtet waren die Pflichtfeuerwehren die Vorläufer der Freiwilligen Feuerwehren in Deutschland, so auch in Löhnberg seit 1887. Ein Jahr nach dem Brand der Laneburg bis auf die Grundmauern versammelten sich am 9. November 1901 insgesamt 60 Männer aus allen Bevölkerungsschichten in der Gaststätte „Zur Krone“ zur Gründungsversammlung einer Freiwilligen Feuerwehr. Bis zum Bau des ersten Gerätehauses im Jahr 1905 in der Bergstraße wurden die Geräte in einer privaten Scheune aufbewahrt. Ihren allerersten Einsatz hatte die Feuerwehr 1902 beim Brand einer Scheune des Gärtners Heinrich Geis. Die erste auswärtige Löschhilfe geschah am 3. Oktober 1906 in Niedershausen, der mit einer Prämie belohnt wurde.
Erst 1949 kommt es zu einem neuen Aufschwung
Durch weitere erfolgreiche Einsätze wuchs das Ansehen der Feuerwehr und das Interesse am freiwilligen Dienst. Über 50 Mitglieder besuchten die Wehrübungen regelmäßig. Leider blieb auch die Feuerwehr nicht von den Folgen des Ersten Weltkriegs verschont. 1922 wurde eine Gedenktafel für die gefallenen Kameraden im Gerätehaus aufgestellt.
In der Chronik von Harald Kröner zum 100-jährigen Bestehen 2001 wird der Geist der damaligen Zeit beschrieben, als durch die Tat des Feuerwehrmanns Albert Schuster in Waldhausen wieder eine Prämie eingefahren werden konnte: „Auf dem halben Wege nach Waldhausen verlor ein sogenannter Hydrantenwagen ein Rad. Da beim Wiedereinsetzen kostbare Zeit verloren gegangen wäre, hielt der beherzte Feuerwehrmann kurz entschlossen die Achse des Fahrzeuges mit beiden Händen, und im unverminderten Tempo wurde unter Aufbietung aller Kräfte ohne weitere Zwischenfälle die Brandstelle erreicht.“ Der nach und nach einsetzende technische Fortschritt erhöhte die Einsatzfähigkeit der Wehr beträchtlich, die alten Signalhörner zur Alarmierung wurde 1933 durch eine Sirene ausgetauscht und 1936 eine 800 Liter Motorspritze angeschafft.
Der Zweite Weltkrieg und die Folgen ließen die Aktivitäten stocken. Erst 1949 kam es zu einem neuen Aufschwung. Die Löhnberger Feuerwehr konnte in der Folgezeit bei verschiedenen Bränden beweisen, wie gut ausgebildet und ausgerüstet sie war. Um die Wehrmänner zu Brandstellen nicht mehr auf einem offenen Lastwagen fahren zu müssen, wurde 1965 das erste Löschfahrzeug durch die Gemeinde angeschafft. Im Folgenden musste die Feuerwehr auch bei einigen Großeinsätzen ran: 1966 der Schwalbenhof und 1969 die Schreinerei Herzig, bei der alle Geräte über die Fußgängerbrücke getragen werden mussten. Einen bedeutenden auswärtigen Einsatz hatte die Feuerwehr beim Brand der „Alten Reitschule“ in Weilburg im Oktober 1974. 24 Männer waren über 100 Stunden im Einsatz.
Mit der Zeit änderte sich das Aufgabengebiet von der Brandbekämpfung zu technischen Hilfeleistungen, die Ausrüstung musste dementsprechend angepasst werden. Ein neues Löschfahrzeug half zum Beispiel bei der Wasserversorgung in Obershausen, die zunehmenden Verkehrsunfälle erforderten Spreizer und Rettungsscheren. Die im April 1979 gegründete Jugendfeuerwehr konnte 1989 ihr zehnjähriges Bestehen im neuen Gerätehaus in der Wallstraße feiern. 1992 wurde auch ein Boot angeschafft, um bei Einsätzen auf der Lahn zum Beispiel Ölsperren auszulegen oder bei der Menschenrettung zu helfen. Im gleichen Jahr gründete sich der Feuerwehrverein unter dem Vorsitz von Walter Böcher.
Die Chronik 2001 betont am Schluss, dass die Kameradschaft untereinander über den ernsten Aufgabenbereich hinaus durch gemeinsames Feiern enger verknüpft wurde.
In den nächsten 25 Jahren stand die Anschaffung neuer moderner Fahrzeuge im Vordergrund: 2013 ein Staffellöschfahrzeug, 2017 der Vorausrüstwagen, 2020 ein neuer Einsatzleiterwagen. 2010 wurde das neue Feuerwehrhaus im Ahornweg 1 bezogen, in dem die noch funktionstüchtige alte „Sirene“ von 1933 einen ehrenvollen Platz erhielt. Sie wurde von den Kameraden der Alters- und Ehrenabteilung der Feuerwehr Löhnberg unter Federführung von Erich Riewe restauriert.
Diese Zeit war geprägt von mehreren Großeinsätzen bei schweren Unfällen mit eingeklemmten Personen, besonders auf der Bundesstraße 49, bis die Mittelplanke gebaut wurde, 2011 ein Lkw-Brand mit Gefahrengutbeladung, 2013 ein Tankzug mit tödlichem Ausgang. Auch der Brand des „Pfannerhofs“ in Löhnberg im Jahr 2025 ist noch allen im Gedächtnis.
Daneben gab es eine Menge an kleineren Einsätzen vom Öffnen von Türen bis hin zur Ölspur beseitigen. Natürlich musste sich die Ausbildung dieser Vielfalt anpassen. Umso mehr ist der freiwillige Einsatz der Menschen zu schätzen, die die vielen Stunden in ihrer Freizeit auf sich nehmen, um bereit zu sein, anderen zu helfen, nach dem alten Spruch: Gott zur Ehr – dem Nächsten zur Wehr.
Bild: Bei einem Großbrand auf dem „Pfannerhof" in Löhnberg im September 2025 sind natürlich auch die aktiven Feuerwehrleute aus Löhnberg im Dauereinsatz. Foto: Feuemehr Löhnberg
Bild: Die Ausziehleiter wurde 1925 angeschafft und war auch in den 50er-Jahren mit den Aktiven im Einsatz. Foto: Feuemehr Löhnberg
Bild: Als das Weilburger Bürgerhaus brannte, waren auch die Löhnberger Feuerwehrleute im Einsatz. Repros: Heinz-Jürgen Deuster
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