HADAMAR. Die neue Wache am Hadamarer Stock soll errichtet werden. Die Empfehlung von Bürgermeister Michael Ruoff (CDU) für das knapp 32 Millionen Euro teure Projekt lautet: „Ich werbe dafür, dass wir das Feuerwehrhaus für Hadamar und Niederzeuzheim bauen." ...
Weiterhin Unklarheiten über die Wache am Hadamarer Stock
Von Anken Bohnhorst
Zu welchem Ergebnis diese Werbung führen wird, bleibt indes ungewiss, zumal sich die Argumentationskette für den Neubau gewandelt hat. Oder um es feuerwehrtechnisch auszudrücken: Das Wasser im Schlauch wird jetzt aus anderen Quellen befüllt.
Unverändert geblieben sind die Pläne für den Neubau, die ein Architekturbüro nach den Vorstellungen der Stadt und den gesetzlichen Vorgaben erarbeitet und bereits mehrmals vorgestellt hat. Man habe sich auf die Pflichtaufgaben beschränkt und „keine Sonderform“ geschaffen, betont Architekt Matthias Losacker. Nur ist in die aktuelle Präsentation jetzt das vom Hessischen Innenministerium konzipierte Feuerwehr-Musterhaus verwoben, das als „Minimal-Grundlage“ dienen soll. In den vergangenen Monaten hatten Verwaltung und Losackers Kollegen Dimitri Michalakelis jedoch gerade diesen – kostengünstigeren - Vorschlag im Gespräch mit dieser Zeitung abgelehnt, weil er nur für kleine Feuerwehrhäuser realisierbar und damit für Hadamar untauglich sei.
4200 Quadratmeter für zwei Wehren
Neu in der Argumentation ist auch, dass das geplante Feuerwehrhaus Mitte keine zentrale Einrichtung sein soll. Vielmehr soll das 4200 Quadratmeter große Gebäude jetzt für zwei Wehren gebaut werden, für Niederzeuzheim und Hadamar. Sie hatten sich bereit erklärt, an neuer Wirkungsstätte zusammenzuarbeiten, und führen nach eigenen Angaben bereits gemeinsame Übungen durch. Die Feuerwehren aus Steinbach und Oberweyer haben sich von Anfang an gegen eine Verlegung ausgesprochen, Niederhadamar scheidet aus, weil von dort die gesetzlich vorgeschriebene Hilfsfrist nicht eingehalten werden kann, Oberzeuzheim hat sich noch nicht entschieden.
Keine Feuerwehr werde gezwungen umzuziehen, betont Bürgermeister Ruoff weiterhin. Eine Zentralisierung sei nicht vorgesehen. Es gehe allein um Niederzeuzheim und Hadamar. Doch der Beschluss aus dem vergangenen Jahr liest sich anders. Da geht es sehr wohl um Zentralisierung. „Die Stadtverordnetenversammlung erwartet durch die Zentralisierung der Einsatzabteilungen langfristige Einsparpotenziale und sieht daher perspektivisch am Hadamarer Stock den zentralen Stützpunkt für alle Feuerwehren der Stadt Hadamar.“
Jetzt soll die neue Feuerwache im Katastrophenfall als zentrale Einrichtung für die gesamte Stadt dienen, während die Feuerwehrhäuser in den Stadtteilen als sogenannte Leuchttürme bestehen bleiben. Darüber hinaus sollen am Hadamarer Stock für alle Wehren zentrale Werkstätten für Instandhaltung, Lager und Schlauchpflege entstehen. Nur werde bereits jetzt ein „beträchtlicher Teil der Ausrüstungspflege und Wäsche von Stadtteilwehren in ihren Häusern bewältigt“, sagt ein Feuerwehrmann. Warum dafür künftig an den Hadamarer Stock gefahren werden solle, leuchtet ihm nicht ein.
Schutz und Versorgung von Sonderbauten
Nach Ansicht von Bürgermeister Ruoff bleiben Dimensionierung und Kosten für das 32-Millionen-Euro-Projekt angemessen. Es sei „alles etwas größer“, sagt er. „Das sind die Standards in Deutschland.“ So sei beispielsweise die Stellfläche für zwölf Fahrzeuge in Hinblick auf die Aufgaben der Einsatzkräfte erforderlich. Denn Hadamar habe im Notfall mehrere Sonderbauten wie die Vitos-Klinik, das Gesundheitszentrum oder das Schloss zu versorgen – im Gegensatz zu der in Größe und Ausstattung vergleichbar dimensionierten Feuerwehr der Nachbargemeinde Elz. Was Ruoff nicht sagt, ist, dass Elz einen Flughafen hat sowie unmittelbar von der ICE-Trasse und Autobahn tangiert ist.
Dass die „weitere Projektarbeit“ für die neue Feuerwache am Hadamarer Stock dennoch vorerst ausgesetzt ist, liegt an Dokumenten, die den Parlamentariern erst nach deren Entscheidung für den Bau zugeleitet wurden, obwohl sie vorher im Rathaus bekannt waren. Daher seien noch Fragen zur Notwendigkeit der Größe und der damit verbundenen Kosten zu klären, finden die Fraktionen von SPD und Bündnis-Grünen, und ob das Anliegen der FWG überhaupt als Frage in die politischen Gremien eingespeist wird, ist ungewiss.
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