HADAMAR. In die Überlegungen zum neuen Feuerwehrhaus für die Einsatzkräfte aus Hadamar und Niederzeuzheim ist noch einmal Bewegung gekommen ...

FWG legt drei neue Optionen neben dem Hadamarer Stock vor / Die Verwaltung prüft, Experten sollen analysieren

Von Anken Bohnhorst

Magistratsmitglied Jürgen Wittig (FWG) hat drei alternative Standorte zu der ursprünglich vorgesehenen Fläche am Hadamarer Stock vorgestellt. Die Kosten für das Projekt an dieser Stelle belaufen sich nach aktueller Hochrechnung auf rund 31 Millionen Euro. Die jetzt präsentierten Optionen sollen in den Fraktionen beraten, von der Verwaltung geprüft und hinsichtlich ihrer Brauchbarkeit von Fachleuten analysiert werden. Der Stadtbrandinspektor ist skeptisch, der Bürgermeister äußert Bedenken.

Hintergrund der erneuten Standortprüfung ist ein Antrag von Bündnis 90/Die Grünen aus der letzten Stadtverordnetenversammlung. Danach sollte die Verwaltung mit jenen Grundstückseigentümern Kontakt aufnehmen, deren Flächen für den Bau der neuen Feuerwache geeignet sein könnten. Die Verwaltung reagierte. Sechs Flächen in der Nähe des Hadamarer Stocks und ein Grundstück am Bruchborn habe man angesehen und mit den Eigentümern Kontakt aufzunehmen versucht, berichtet Bürgermeister Michael Ruoff (CDU). Drei hätten den Verkauf ihres Geländes abgelehnt, zwei ihre Konditionen formuliert, ein Eigentümer sei nicht angetroffen worden, und die Fläche am Bruchborn sei als ungeeignet verworfen worden.

Die Planungshoheit liegt bei der Stadt

Die FWG, die während der zurückliegenden Monate immer wieder die Prüfung anderer Standorte gefordert hatte, nahm sich ebenfalls dieser Aufgabe an und präsentierte jetzt ihre Ergebnisse. Man müsse die Planungshoheit der Kommune ausnutzen, betont Jürgen Wittig. Andernfalls sei Stadtentwicklung nicht möglich. Die FWG stellt drei Lösungsansätze zur Diskussion.

Variante 1: Sie bezieht sich auf eine Fläche oberhalb des Wegs „Am Schwanenberg“; das Gebiet setzt sich aus städtischem Grund entlang der Siegener Straße und der Privatfläche eines Unternehmens zusammen. Mit rund 10.000 Quadratmetern sei die Fläche etwas kleiner als das Areal am Hadamarer Stock, aber Jürgen Wittig zufolge noch immer ausreichend. „Unter der Voraussetzung, dass die Eigentümer einer Abgabe oder einem Tausch zustimmen würden, hat diese Variante den Vorteil, dass das Baurecht schnell zu erlangen ist und das Baugrundstück dadurch schnell für eine Bebauung zur Verfügung stehen könnte“, sagt Wittig. Und: „Für diese Variante würden keine Erschließungskosten anfallen.“

Variante 2: Die hier vorgesehene Fläche befindet sich gegenüber dem Industriegebiet Nord und ist nach Einschätzung der FWG eine „große Lösung“, weil hier nicht nur die neue Feuerwache, sondern auch Gewerbeflächen entstehen könnten. Die Erschließungskosten würden somit auch von den Käufern der potenziellen Gewerbegrundstücke übernommen. „Langfristig trägt diese Lösung zudem zur nachhaltigen Stärkung der kommunalen Finanzkraft bei, da durch die neu geschaffenen Gewerbeeinheiten zusätzliche und dauerhafte Steuereinnahmen generiert werden können“, schreibt die FWG in ihrem Vorschlag. Allerdings müsste das Regierungspräsidium der Umwidmung von landwirtschaftlicher Fläche zustimmen.

V ariante 3: Hier handelt es sich um eine Fläche oberhalb der ehemaligen Straßenmeisterei; städtische Grundstücke könnten mit privaten Flächen arrondiert werden. Deren Eigentümer seien jedoch bislang nicht gefragt worden, räumt Jürgen Wittig ein.

Die Beteiligung der Grundstückseigentümer sei aus ihrer Sicht entscheidend, gibt CDU-Stadtverordnete Alexandra Güth zu bedenken. Die Möglichkeiten des Baugesetzbuches, wonach die Stadt sogenannte Umlegungen oder Tauschverfahren bei Grundstücken vornehmen könne, bewertet Güth kritisch. „Wir können nicht mit Grundstücken arbeiten, die uns nicht gehören.“ Das entspreche nicht den Vorstellungen ihrer Partei. Zudem fehlten „Daten, Zahlen, Fakten – ohne die stellen wir keine vorhandenen Pläne auf den Kopf“. Zurückhaltend fällt auch die Reaktion von Bürgermeister Ruoff aus. Für das Feuerwehr-Projekt am Hadamarer Stock liege ein gültiger Beschluss vor, Aufträge seien bereits vergeben, Planungen erstellt worden. „Wir haben schon viel getan.“ Außerdem müsste für einen neuen Standort auch der Feuerwehr-Bedarfs- und Entwicklungsplan geändert werden.

Dass der bisherige Standort für die neue Feuerwache Hadamar Mitte „optimal“ ist, bestätigt auch Bernhard Pietsch (CDU). Nur lägen jetzt neue Optionen vor, die „abgeklopft“ werden müssten. Deren Einordnung erfordere die baufachliche Kenntnis des Projektplaners und Architekten, so Pietsch. „Diese Expertise fehlt uns.“ Die müsse ausgeschöpft werden, „und der müssen wir dann auch folgen“.

logo wtHinweis: Verwendung der Artikel mit freundlicher Genehmigung von mittelhessen.de.

 

 

 


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