BAD CAMBERG. In einer Zeit, in der Starkregen, Unwetter, Hitzeperioden oder länger andauernde Stromausfälle immer häufiger auftreten, gewinnt die persönliche Vorbereitung zunehmend an Bedeutung ...

Starkregen und Stromausfälle: Die Feuerwehr gibt Tipps zur Krisenvorsorge und informiert über Blackout-Szenarien

Von Thorsten Kunz

Mit einer Informationsveranstaltung zum Thema „Resilienz, Eigenvorsorge und Verhalten bei außergewöhnlichen Einsatzlagen“ gab die Freiwillige Feuerwehr Bad Camberg praktische Hilfestellungen und zeigte auf, wie sich jeder Einzelne auf mögliche Krisensituationen vorbereiten kann.

Im Feuerwehrhaus Bad Camberg am Sportzentrum bereiteten die Feuerwehrleute den Besuchern einen freundlichen Empfang. Getränke und Snacks standen bereit, um dem Abend etwas von seiner Schwere zu nehmen – passend zum Thema zog während der Veranstaltung auch noch kurz ein Gewitter über Bad Camberg hinweg. Stadtbrandinspektor und Wehrführer Alexander Rembser startete dann seinen Vortrag.

195 Aktive sorgen für Sicherheit

Dieser war mit vielen Fakten gespickt, doch sein hellwacher Plauderton und das Einflechten zahlreicher persönlicher Erfahrungen aus seinem langen Feuerwehrleben sowie privater Vorsorgemaßnahmen in der eigenen Familie machten den Abend zu einer kurzweiligen Angelegenheit. Zudem durften ihn die Zuhörer zwischendurch mit ihren Fragen unterbrechen, was zum informativen Charakter der Veranstaltung beitrug.

Zunächst stellte Rembser kurz die sechs Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr Bad Camberg mit ihren derzeit insgesamt 195 aktiven Kameradinnen und Kameraden vor, die rund um die Uhr für die Sicherheit der Bevölkerung bereitstehen. Danach skizzierte er die möglichen Ursachen und die daraus resultierenden Auswirkungen von lokalen Stromausfällen und sogenannten großflächigen Blackouts sowie die Möglichkeiten der Bürger, sich auf solche Szenarien vorzubereiten, und die Vorkehrungen, die Feuerwehr und Kommune für solche Fälle getroffen haben oder noch planen. Dabei erinnerte er daran, dass auch bei Starkregen mit vollgelaufenen Kellern oder bei Hochwasser oft aus Sicherheitsgründen der Strom abgestellt werden müsse: Auch dann gäbe es zum Beispiel kein Licht, kein Internet, keine Heizung, kein Trinkwasser und andere Einschränkungen. Auf größere Stromausfälle sei die Feuerwehr mit Notstromaggregaten und einem eigenen Telekommunikationsnetz gut vorbereitet und könne somit für die Bevölkerung eine Art „Leuchtturmfunktion“ für Notrufe bei Lebensgefahr darstellen.

Dennoch, so Rembser, sollte jeder Haushalt vorsorgen und sich anhand der Checkliste des BBK (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, www.bbk.bund.de auf den Krisenfall vorbereiten. Dazu gehörten zum Beispiel die Bevorratung von Taschen- oder Akkulampen und Ersatzbatterien, Powerbanks und einem batteriebetriebenen Radio, Trinkwasser und haltbaren Lebensmitteln für mehrere Tage, Erste-Hilfe-Material, notwendigen Medikamenten und Bargeld sowie wichtigen Dokumenten und warmer Kleidung/Decken sowie alternativen Möglichkeiten zum Kochen oder Erwärmen von Speisen.

Katastrophenschutz-Lager und Wärmehalle Kurhaus

Feuerwehr und Stadt hätten für solche Szenarien bereits Sonderschutzpläne erstellt, einen Krisenstab eingerichtet, ein Katastrophenschutz-Lager aufgebaut und Vorsorge zur Versorgung der Feuerwehr mit Kraftstoff getroffen. Es würde dann Hinweise an die Bevölkerung durch die Feuerwehr geben, nach mehreren Stunden das Ordnungsamt und Bürgerbüro besetzt. Bei Kälte würde eine Wärmehalle als Anlaufpunkt im Kurhaus Bad Camberg eingerichtet. Die Bevölkerung versuche man regelmäßig mit solchen Infoveranstaltungen und zahlreichen Infoflyern auf dem Laufenden zu halten.

Rückfragen aus dem Publikum gab es insbesondere zur Warnung über die Sirenen. Diese seien an einigen Standorten kaum oder gar nicht zu hören. Hier forderte der Stadtbrandinspektor dazu auf, sich persönlich an die Feuerwehr zu richten, um beim nächsten Sirenentest diese Mängel gemeinsam zu überprüfen und abzustellen. Eine Besucherin merkte an, dass die Warnungen zwar zu hören seien, man anschließend aber nicht wisse, was nun konkret zu tun sei: „Soll ich in den Keller flüchten oder einfach nur Türen und Fenster schließen?“ Rembser verwies dazu auf die dann folgenden Durchsagen der Feuerwehr oder Ordnungskräfte sowie die Warnhinweise auf dem Handy über „Cell Broadcast“ und die Notfall-Apps „NINA“ und „KATWARN“.

Zur Vorbereitung auf mögliche Unwetterereignisse empfahl der Wehrführer: „Sichern Sie insbesondere Hauseingänge, Kellereingänge und Garageneinfahrten, beispielsweise durch geeignete Tür- oder Garagenschutzsysteme. Achten Sie außerdem darauf, dass sämtliche Abläufe rund um Ihr Grundstück frei und funktionsfähig sind. Dazu gehören insbesondere Kanaleinläufe, Gullys und Entwässerungsrinnen.“

Unwettereinsätze wie dieser beschäftigen die Bad Camberger Feuerwehr immer wieder. Foto: Feuerwehr Bad CambergBild: Unwettereinsätze wie dieser beschäftigen die Bad Camberger Feuerwehr immer wieder. Foto: Feuerwehr Bad Camberg

Stadtbrandinspektor und Wehrführer Alexander Rembser informiert im Bad Camberger Feuerwehrhaus Interessierte über Sicherheit und Vorsorge bei Krisensituationen. Foto: Thorsten KunzBild: Stadtbrandinspektor und Wehrführer Alexander Rembser informiert im Bad Camberger Feuerwehrhaus Interessierte über Sicherheit und Vorsorge bei Krisensituationen. Foto: Thorsten Kunz

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