RUNKEL-WIRBELAU. „Lange haben wir auf diesen Tag gewartet“, sagt Wehrführerin Christina Haibach erleichtert. „Hier endet ein langer Weg, der vor vielen Jahren begann“ ...
Die Feuerwehr Wirbelau freut sich über ein neues Löschfahrzeug, das ihre Ausrüstung modernisiert
Von Andreas E. Müller
Sie dankte allen Kameraden, ihren Familien und Partnern. Nach langer Wartezeit wurde nun ein neues TSF-W – die Abkürzung steht für Tragkraftspritzenfahrzeug Wasser – für die Wirbelauer Feuerwehr in Dienst gestellt.
Das Neufahrzeug ersetzt ein 34 Jahre altes TSF-W, das in die Jahre gekommen war. Mit einem 1000-Liter-Wassertank kann das neue Fahrzeug doppelt so viel Wasser tanken wie das Vorgängerfahrzeug. Die symbolische Schlüsselübergabe erfolgte bei einer sonntäglichen Feierstunde im Anschluss an eine Andacht in der Fahrzeughalle des Feuerwehrgerätehauses. Daran nahmen neben der Wirbelauer Einsatzabteilung und der Jugendfeuerwehr auch der Runkeler Stadtbrandinspektor Moritz Dreiling, der Leiter des Fachdienstes Brand- und Bevölkerungsschutz des Landkreises Limburg-Weilburg und ehemalige Kreisbrandinspektor Thomas Schmidt, Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzender Christian Hief, Runkels Erste Stadträtin Stefanie George (CDU) sowie der Wirbelauer Ortsvorsteher Lothar Hautzel (SPD) teil.
Verbesserung der Einsatzkraft
Auch der Weilburger Stadtbrandinspektor Christian Groß weilte unter den Gästen, ebenso der frühere Wehrführer Herbert Friedrich. Stadtbrandinspektor Moritz Dreiling sprach von einer Verbesserung der Einsatzkraft der Runkeler Wehr. Mit einer modernen Ausstattung sei das neue Fahrzeug an die aktuellen Herausforderungen angepasst worden. „Eine gute, schlagkräftige Wehr ist wichtig“, betonte er, verwies aber gleichzeitig auch darauf, dass die räumliche Ausstattung des Feuerwehrgerätehauses ebenfalls in die Jahre gekommen sei und einer Überholung bedürfe. „34 Jahre lang stand unser bisheriges Fahrzeug, ein VW LT50 zuverlässig im Dienst der Wirbelauer Wehr“, sagte der stellvertretende Einsatzleiter Stefan Haibach. „Alle jetzt Aktiven sind damit aufgewachsen, es hat eine ganze Ära geprägt“.
Pfarrer Martin Frölich stimmte, begleitet von Ulrike Viel am Akkordeon, in seiner Andacht das Lied „Lobet den Herren“ an. Eine Textzeile darin lautet passend zum Anlass: „Dass Feuerflammen uns nicht allzusammen mit unsern Häusern unversehns gefressen“. „Gott hat die Telefonnummer 50,15“, sagte Pfarrer Frölich in Anlehnung an den Psalm 50,15, in dem es heißt: „Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen“. 112, die Nummer der Feuerwehr, sei leichter zu merken. Beide Nummern stünden aber für Hilfe in der Not.
Die Kameraden als rote Engel
Frölich erwähnte Engel, Schutzengel, gelbe Engel (für Autopannen), und vielleicht könne man die Feuerwehrleute ja als „rote Engel“ bezeichnen. So seien Feuerwehrleute Mitarbeiter Gottes, die beschützen und bewahren. Frölich machte aber auch deutlich, dass Feuerwehrleute bei ihren Einsätzen an die Grenzen körperlicher und seelischer Belastungen kommen könnten. „Einsätze können Folgen für die seelische Gesundheit haben“, sagte er. Die Kollekte der Andacht erbrachte 215 Euro. Sie ist für die Jugendfeuerwehr bestimmt.
Stadträtin Stefanie George machte die besondere dezentrale Lage von Wirbelau mit der weitesten Entfernung eines Stadtteiles zur Kernstadt Runkel deutlich. Die Übergabe des neuen Fahrzeuges zeige auch die Verantwortung der Stadt Runkel für die Sicherheit der Bürger. „Die Feuerwehr ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Sicherheitsstruktur“, sagte sie. „Wenn Menschen in Not geraten, wenn Brände gelöscht, Unwetterschäden beseitigt oder technische Hilfe geleistet werden muss, zählt jede Minute“. Auch Ortsvorsteher Lothar Hautzel bezeichnete das neue Fahrzeug als wichtige Anschaffung für die Sicherheit und wies auf die große Verantwortung der ehrenamtlichen Feuerwehrleute hin, die zu jeder Tages- und Nachtzeit einsatzbereit seien. Thomas Schmidt dankte wie alle anderen Redner den Aktiven der Feuerwehr. Eine zeitgemäße Ausstattung sei dabei der Motivation förderlich. Herbert Friedrich ist einer der wenigen, die eine dritte In-Dienst-Stellung eines Neufahrzeuges für die Feuerwehr erlebt haben. Er verwies auch auf den Vorteil, dass Löschwasser aus benachbarten ehemaligen Erzabbau-Gruben entnommen werden könne. Im Anschluss an die offiziellen Feierlichkeiten waren alle Anwesenden von der Feuerwehr zu gegrillten Würstchen und Getränken eingeladen. Die Freiwillige Feuerwehr Wirbelau hat derzeit zwölf aktive Frauen und Männer in der Einsatzabteilung. In der Jugendfeuerwehr werden 15 Jugendliche für ein späteres Wirken in der Einsatzabteilung vorbereitet.
Bild: Freude über das Einsatzfahrzeug (von links): Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzender Christian Hief, Stadträtin Stefanie George, Wehrführerin Christina Haibach, stellvertretender Wehrführer Stefan Haibach, Stadtbrandinspektor Moritz Dreiling, Ortsvorsteher Lothar Hautzel, Pfarrer Martin Frölich, Herbert Friedrich und Thomas Groß. Foto: Andreas E. Müller
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