Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.Runkel. Solveig Richard ist Jugendpflegerin und Feuerwehrfrau, früher war sie Eiskunstläuferin und Nageldesignerin – vier Sprachen spricht sie auch noch ...

VON JOHANNES KOENIG

Von der rheinland-pfälzischen Meisterschaft im Eiskunstlauf über die Jugendfeuerwehr zur Stadtjugendpflege Runkel: Der Berufs- und Lebensweg von Sozialarbeiterin Solveig Richard ist nicht ganz alltäglich. Und das nicht nur, weil die gebürtige Französin zu Beginn ihres Arbeitslebens auch noch eine Lehre als Dekorateurin absolvierte.

„Ups, das ist ja eine Frau“ – diese Reaktion ist die Runkeler Stadtjugendpflegerin und Sachbearbeiterin für Feuerwehrfragen, Solveig Richard, gewöhnt. „Das kommt davon, wenn man einen ungewöhnlichen Vornamen und einen bekannten Männernamen als Nachnamen hat“, erklärt die gebürtige Französin. Gerade in der Männerwelt Feuerwehr hat das schon zu Missverständnissen geführt. Unvergessen ist ihr Besuch der Landesfeuerwehrschule in Kassel. Dank ihres Nachnamens hatte man sie dort zusammen mit zwei Männern für ein Dreibettzimmer eingeteilt. „Da musste improvisiert werden“, erzählt die heute 42-Jährige grinsend.

Ballett und Showtanz

Überhaupt scheint ungewöhnlich für Solveig Richard normal zu sein: Sie war das erste Mädchen in der Runkeler Jugendfeuerwehr. Und sie war erfolgreiche Eiskunstläuferin in Rheinland-Pfalz. Letzteres kam so: Sie besuchte die Eissporthalle Diez und schaute den Eiskunstläufern beim Trainieren zu. „Da ich Showtanz und Ballett mochte, habe ich da einfach mal mitgemacht.“ Mit 16 kehrte sie dem Sport den Rücken. Eiskunstlauf strapaziere den Körper und gehe stark auf die Gelenke. Gerade beim Einstudieren neuer Nummern häuften sich die Stürze. „Stehst du noch oder liegst du schon wieder?“, fragte die besorgte Mutter, die lieber wegschaute, wenn ihre Tochter auf dem Eis unterwegs war.

Deutsch in drei Monaten

Geboren wurde Solveig Richard in Paris. Die Eltern lebten dort in einem Vorort. Als sie vier Jahre alt war, zog die Familie in die Wetterau, mit neun Jahren kam sie nach Runkel. Da im Kindergarten keiner der Spielkameraden Französisch sprach, lernte sie innerhalb von drei Monaten Deutsch. Wenn heute Kollegen anhand ihres hessischen Zungenschlags glauben zu wissen, wo sie herkommt, dann antwortet Richard verschmitzt: „Da bin ich mir nicht so sicher.“ Aufgewachsen ist sie zweisprachig: ein Umstand, für den sie ihren Eltern dankbar ist. „Mein Vater spricht sieben, meine Mutter fünf und ich vier Sprachen“, erzählt sie. Gerne beginnt man zu Hause einen Satz auf Französisch, um ihn auf Deutsch fortzuführen – oder umgekehrt.

Ungewöhnlich ist auch Richards beruflicher Werdegang: „Ich habe Dekorateurin gelernt und auf dem zweiten Bildungsweg das Abi nachgeholt“, erzählt sie. Grafik, Medien und Design wollte sie studieren. Aber als Gasthörerin wurde ihr klar, dass sie nicht ein Leben lang Werbeslogans für Würstchen erfinden wollte. Zur Sicherung ihres Lebensunterhalts eröffnete sie kurzerhand ein Nagelstudio.

Es war letztlich die Jugendarbeit bei der Feuerwehr, die sie in Richtung ihres jetzigen Berufs lotste. „Ich verbringe meinen ganzen Tag mit Kindern. Dann kann ich damit auch Geld verdienen“, lautete die Erkenntnis. Und was fasziniert sie daran? „Kinder kann man noch formen, das ist total spannend.“ Und als Sozialarbeiterin könne sie die Inhalte, die sie vermittle, aussuchen. Das funktioniere oft nach dem Prinzip „von hinten durch die Brust ins Auge“.

So stößt zum Beispiel ein Theaterbesuch bei Jugendlichen meist auf eher mäßige Freude. „Aber wir haben mal mit einer Freizeit ein Krimitheater in Hamburg besucht“, erinnert sich die diplomierte Sozialarbeiterin. Schon in der Pause stellten mehrere Jugendliche fest: „Mensch, Theater ist gar nicht so schlecht!“ Sie erwarte nicht, dass ihre Schützlinge von nun an regelmäßig ins Theater gehen, stellt Richard klar. Aber sie hätten womöglich weniger Berührungsängste.

Ehemalige als Begleiter

„Alles, nur nicht abstumpfen“ ist daher das Motto ihrer Arbeit. Und meistens funktioniert das: Mit den Teilnehmern der Auslandsfahrten vor ein paar Jahren habe sie immer noch ein tolles Verhältnis. „Auch wenn sie glauben, dass ich nicht mehr für sie zuständig bin. Dabei geht unser Bildungsauftrag bis 27.“ Zwar konzentriert sich das Ferienprogramm der Runkeler Jugendpflege auf Kinder und Jugendliche zwischen sechs und sieben beziehungsweise 14 und 16 Jahren, aber einige Ehemalige sind als Begleiter immer noch aktiv.

Wird das Angebot der Jugendpflege eigentlich auch von Kindern mit Migrationshintergrund angenommen? „Fußball ja. Aber außer in Dehrn und Ennerich leben in Runkel nicht allzu viele Jugendliche mit ausländischen Wurzeln“, lautet ihre Antwort. Wie aber sieht sie ihre eigene berufliche Zukunft? „Mit 67 Jahren möchte ich nicht mehr auf einer Matratze in der Turnhalle übernachten.“ Solange es ihr selbst und den Kindern noch Spaß mache, wolle sie weiter bei der Stadtjugendpflege arbeiten. „Danach gibt es als Sozialarbeiterin auch viele weitere Möglichkeiten.“

Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.

 


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