Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei. Elz. Damit die Bürger beim nächsten Starkregen nicht hilflos zuschauen müssen, wie ihre Garagen und Keller mit Wasser zulaufen, haben sich die Gemeinde Elz und die Freiwillige Feuerwehr etwas einfallen lassen. Sie luden die Bürger zum Sandsäcke füllen ein. Anschließend durfte jeder welche für den Eigenbedarf mit nach Hause nehmen ...

Bürger decken sich mit Sandsäcken ein, Feuerwehr gibt Tipps zur Selbsthilfe

VON HEIKE LACHNIT

„Es ist zum Heulen!“ Ruth Dichel ist ganz aufgeregt, wenn es um das Thema Hochwasser geht. Zehn Jahre lang habe ihre Familie Ruhe gehabt. „Doch inzwischen haben wir jedes Jahr Wasser im Keller.“ Zusammen mit ihrem Mann Thomas ist Ruth Dichel deshalb zur Sandsackaktion auf dem Wertstoffhof gekommen, zu der Feuerwehr und Gemeinde eingeladen hatten. Die beiden schaufeln Sand in die zur Verfügung gestellten weißen Plastiksäcke. Zu zwei Dritteln gefüllt, wiegt jeder Sack etwa 20 Kilo. „Wir wollten uns sowieso Sandsäcke besorgen, und daher ist es eine tolle Aktion“, findet Thomas Dichel.

Bisher hätten sie nichts tun können, wenn wieder mal der große Regen kam, erzählt der Elzer. Nur hinterher aufräumen. Das Wasser gelangte immer über die Garage in das Gebäude. Bei der nächsten Ankündigung eines Unwetters können sie diesen Bereich mit den Sandsäcken schützen.

Nicht zu prall

Damit die Barriere effektiv ist, zeigten die Feuerwehrmänner Dominik Hunsänger und Niklas Krüger, wie die Säcke am besten gestapelt werden. Und sie erklärten, warum sie nicht zu prall gefüllt sein dürfen. „Sind die Säcke prall und fest, entstehen beim Aufeinanderlegen Lücken, durch die weiterhin Wasser fließen kann“, sagte Hunsänger.

Für eine Wasserschutzwand von einem halben Meter Höhe und einem Meter Breite werden rund 30 Säcke benötigt. Nach einem Unwetter können die Säcke dann einfach zum Trocknen in die Sonne gestellt werden und kommen beim nächsten Ereignis wieder zum Einsatz. „Das ist der Vorteil von Kunststoffsäcken, die schimmeln nicht wie früher die Jutesäcke“, erklärte Hunsänger weiter. Pro Sack zahlten die Bürger einen Euro, den die Feuerwehr wiederum in Hochwasserschutz investiert.

Dreimal Wassser im Keller

Auch Hans Holl deckte sich am Samstagvormittag mit Sandsäcken ein. „Ich hatte schon dreimal Wasser im Keller“, erzählte er. Vom Rinnstein aus geht es leicht abschüssig in seine Garage. Er plant beim nächsten Unwetter, direkt oben am Rinnstein eine Barriere aus Sandsäcken zu errichten.

Alle, die am Samstag zur Aktion auf dem Wertstoffhof gekommen waren, hatten in den vergangenen Jahren irgendwann einmal Hochwasser im Haus. 2016 etwa, als bei starkem Regen der schmale Wambach überlief, weil er das Wasser nicht mehr aufnehmen konnte. Reinhold Schmitt kann sich noch sehr gut erinnern, dass das Wasser vorne in sein Haus hereinlief und hinten wieder hinaus. Nach diesem Vorfall erweiterte die Gemeinde den Wambach und baggerte ihn aus. Dennoch möchte Schmitt vorsorgen, um beim nächsten Mal nicht schutzlos dazustehen.

43 Elzer Haushalte deckten sich am Samstag mit insgesamt 470 Sandsäcken ein. Wehrführer Hilmar von Schenck zeigte sich angenehm überrascht. „Ich hätte nicht mit so vielen Menschen gerechnet“, sagte er. „Ich hoffe, dies nimmt uns beim nächsten Unwetter den Druck.“ Denn die Feuerwehr müsse bei einem Unwetter Prioritäten setzen, sie können nicht überall gleichzeitig sein. Daher sei es gut, wenn die Bürger selbst tätig werden könnten. „Wir sind bereits gut ausgerüstet, doch wir kommen regelmäßig an unsere Grenzen“, räumte von Schenck ein. „Zwar nicht personell, aber von der Ausrüstung her.“ Daher will die Feuerwehr in weitere Ausrüstung wie Pumpen und Schieber investieren.

Neben der Sandsack-Aktion, die die Bürger dabei unterstützen soll, sich selbst zu helfen, betreibt die Gemeinde weitere Maßnahmen zum Hochwasserschutz. „Dazu gehören nicht nur das Räumen und Freihalten der Flutgräben und der Durchlässe an Brücken und Überführungen, sondern auch das zweimalige Leeren der Gullyeinsätze in den Straßeneinläufen“, zählt Bürgermeister Horst Kaiser (CDU) auf.

In den vergangenen Wochen wurde außerdem der Erbach, der sich durch den Ort schlängelt, durch ein Unternehmen ausgekoffert. Über die Jahre haben sich im Erbach starke Anlandungen mit zum Teil erheblichem Grünbewuchs gebildet, die das Fassungsvermögen des Bachlaufs – den sogenannten hydraulischen Querschnitt – stark einschränkten. Bei Starkregen schwoll der Erbach stark an. Das Wasser fand nicht ausreichend Platz, so dass es sich in die Einläufe der Straßenentwässerung zurückdrückte. Mit Saugwagen und Radbagger wurde das Erdreich aufgelockert und das Wurzelwerk entfernt. Die Erde lagert nun bei der Gemeinde und kann als Mutterboden verwendet werden. In Abstimmung mit der unteren Wasserbehörde habe man dort, wo der Querschnitt ausreicht, Teile der Anlandungen stehenlassen, erklärte Kaiser. Die Gemeinde hofft, dass die Arbeiten für die nächsten zwei Jahrzehnte genug Fassungsvermögen im Erbach geschaffen haben.

Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.

 


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