Limburg-Weilburg. Der heimische Kreisverband der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) wählt bei der Jahreshauptversammlung in Niederselters eine neue Spitze ...
Bild: Wolfgang Dillhöfer hat über Jahrzehnte die DLRG-Arbeit im Kreis geprägt.foto: robin klöppel
LIMBURG-WEILBURG Der Niederbrechener Wolfgang Dillhöfer prägte 29 Jahre den DLRG-Kreisverband
Damit endet auch die Ära von Wolfgang Dillhöfer aus Niederbrechen, der 29 Jahre lang an der Spitze des Kreisverbandes stand. Bereits vergangenes Jahr hatte der 64-jährige Pensionär seine Tätigkeit als Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Brechen-Runkel-Villmar beendet. "Ich werde meinen Nachfolgern aber gerne weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen", betont der ehemalige Bankkaufmann der Dresdner Bank in Frankfurt.
Wolfgang Dillhöfer stammt auch aus "Mainhattan". Nach Niederbrechen kam er als 13-Jähriger mit der Familie, weil seine Mutter Hedwig, geborene Schiebel, aus Niederbrechen stammte. Wie Wolfgang Dillhöfer zur DLRG kam? Als Jugendlicher war er begeisterter Schwimmer. "Ich habe nichts mehr geliebt, als mich im Wasser zu bewegen", berichtet der 64-Jährige mit strahlenden Augen. Und er hatte den Ehrgeiz, Leistung zu bringen. Also meldete er sich mit 17 Jahren bei der DLRG Niederselters/Niederbrechen an und machte dort gleich den Rettungsschwimmer in Silber. Der Schwimmmeister im Niederselterser Freibad hieß damals Rudi Klag. "Für mich war das damals noch eine Respektsperson", berichtet Dillhöfer. Und als Klag fragte, ob er nicht zur DLRG kommen wolle, hat Dillhöfer folglich gleich "Ja" gesagt.
Die DLRG-Aktiven aus Selters und Brechen trennten sich dann laut Dillhöfer "in beiderseitigem Einvernehmen", als in Niederbrechen im Herbst 1974 ein eigenes Hallenbad eröffnet wurde. Die neue Ortsgruppe Brechen wurde dann im Partykeller von Ludger Schneider ins Leben gerufen und startete mit knapp 30 Leuten. Die Mitgliederzahl stieg nach Eröffnung des Hallenbades schnell auf 300 an. 1975 wurde Wolfgang Dillhöfer dann zum Bootswart der Ortsgruppe ernannt und war für zwei Wachboote verantwortlich. Die DLRG-Gruppe machte im Sommer an den Wochenenden dann immer auf den Schleuseninseln in Runkel und Villmar an der Lahn Rettungsdienst.
Initiator neuer Projekte
Als es 1977 laut Dillhöfer im Gründungsvorstand Zwist gab und dieser komplett zurücktrat, wurde Josef Adam Dillmann zum neuen Vorsitzenden gewählt und Dillhöfer rutschte auf die Position des Zweiten Vorsitzenden der Ortsgruppe auf. 1978 schon wurde der Brecher auf Kreisverbandsebene zum Beauftragten für Katastrophenschutz ernannt und konnte sich dadurch gute Kontakte zu den Verantwortlichen des DLRG-Landesverbandes aufbauen. 1980 verstarb dann plötzlich der Brecher Ortsgruppenchef Dillmann und 1981 wurde Dillhöfer zu seinem Nachfolger gewählt.
Gleich am Anfang erreichte der neue Mann es, die Rettungsstation auf der Runkeler Lahninsel aufzubauen. Der Wachdienst auf der Villmarer Schleuseninsel wurde zwar beendet, doch da viele Aktive der Ortsgruppe aus Villmar waren, bekam die Ortsgruppe den neuen Namen Brechen-Runkel-Villmar. Im Februar letzten Jahres hörte Dillhöfer dann, weil er im Rentenalter langsam wieder mehr Zeit für sich und seine Familie haben wollte, als Ortsgruppenleiter auf und übergab an René Heuser aus Runkel eine intakte Ortsgruppe mit 309 Mitgliedern. Alleine an die 100 Kinder ab fünf Jahren seien in Offheim in der Schwimmausbildung. Knapp 20 Aktive würden für die Ortsgruppe regelmäßig Wachdienst machen.
Was Wolfgang Dillhöfer aber Sorgen macht, ist, dass in seiner Zeit im heimischen Kreis alleine drei Hallenbäder (darunter Niederbrechen) schlossen und aufgrund fehlender Hallenzeiten nicht alle interessierten Kinder eine Schwimmausbildung machen können. Deshalb hat Dillhöfer auch so sehr für den Erhalt des Offheimer Hallenbades mitgekämpft und war dort bis zur letzten Jahreshauptversammlung auch seit Gründung als Zweiter Vorsitzender des Hallenbadvereins tätig.
An die Kreisspitze des DLRG kam Dillhöfer Anfang der 1990er Jahre, als es eine Führungskrise und keine Verbandsführung gab. 1990, als Neuwahlen anstanden, wollte der Brecher aber, dass ihn jemand von einer anderen Ortsgruppe und niemand aus Brechen vorschlägt. Da Dillhöfer auf seiner Meinung beharrte, schlug ihn am Ende niemand vor und er musste noch ein Jahr warten, bis er dann endlich vorgeschlagen und mit zwei Drittel der Stimmen zum Kreisvorsitzenden gewählt wurde.
Ein faires Miteinander der Organisationen
Die vielen Gegenstimmen damals erklärt er sich damit, dass er vorher im Kreisvorstand jemand gewesen sei, der immer eine klare Meinung vertrete habe. So habe er auch mal den einen oder andern Kollegen in hitzigen Diskussionen zur Ordnung gerufen und sich so den einen oder anderen Gegner gemacht. Wolfgang Dillhöfer konnte aber durch gute Arbeit seine Kritiker überzeugen und wurde dann zwei Jahre später einstimmig wiedergewählt.
Samstag will er einen funktionierenden Kreisverband mit 2600 Mitgliedern in zehn Ortsgruppen an seinen bisherigen Stellvertreter Jan Letanoczki aus Weilmünster übergeben. "Ich habe den Kollegen beigebracht, dass wir nicht zehn Vereine sind, sondern eine DLRG", sagt Dillhöfer. Worauf er auch stolz ist: die Rettungsstationen in Runkel und auf dem Limburger Campingplatz sowie im Kreis einen Wasserrettungszug für den Katastrophenschutz aufgebaut zu haben.
Wolfgang Dillhöfer will ein faires Miteinander mit allen Kollegen von anderen Hilfsorganisationen. Sein Wunsch wäre zum Abschied, dass die DLRG-Wasserretter mit ihrer fundierten Ausbildung gegenüber den Kollegen der Feuerwehren bei Alarmierungen künftig gleichwertig behandelt werden. Nicht gut findet es Dillhöfer beispielsweise, wenn die DLRG-Rettungsstationen an der Lahn besetzt sind, plötzlich Feuerwehrleute mit Tatütata am Wasser ankämen und die DLRG wisse nichts von dem Wassereinsatz.
Warum Dillhöfer so lange an der Kreisspitze blieb? "Mich haben Kameradschaft und Zusammenhalt in der DLRG gereizt und die Möglichkeit zu haben, hier etwas aufzubauen". Wenn er beispielsweise sieht, dass mittlerweile vier Ortsgruppen zusammen Schwimmtraining in Offheim in Harmonie anbieten, dann weiß Dillhöfer, dass er ruhigen Gewissens ins zweite Glied eines funktionierenden Kreisverbandes zurücktreten kann.
"Vor sechs Jahren habe ich schon gesagt, dass ich dieses Jahr aufhöre und wenn ich etwas sage, dann meine ich das auch", betont Dillhöfer. Mindestens zwei Stunden am Tag hat er jahrzehntelang nach der Arbeit noch ehrenamtlich für die DLRG gearbeitet, früher noch zusätzlich an unzähligen Wochenenden bis zu 16 Stunden Dienst an der Wachstation in Runkel gemacht. "Ich will weiter für die DLRG da sein, aber nicht mehr die Verantwortung für alles tragen", sagt der Ehrenvorsitzende der DLRG-Ortsgruppe Brechen-Runkel-Villmar.
Robin Klöppel
Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.
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