BAD CAMBERG (red). Für die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Bad Camberg hat sich am Montag besonders deutlich gezeigt, wie wichtig regelmäßige Schulungen für den Ernstfall sind. Zwischen einer Fach-Unterweisung am Abend und zwei Realeinsätzen lagen nur wenige Stunden ...
Moderne Sicherheitsstandards im Atemschutzeinsatz bei der Bad Camberger Feuerwehr
Am Montagabend stand für die Brandschützer der Kernstadt eine wichtige Pflichtunterweisung auf dem Dienstplan. Als Referent war Florian Simon von der Feuerwehr Würges zu Gast, um über moderne Sicherheitsstandards im Atemschutzeinsatz zu sprechen. Dabei ging es unter anderem um das Thema Einsatzstellenhygiene. Was für Außenstehende oft nur nach „schmutziger Uniform“ aussieht, birgt gesundheitliche Risiken durch Brandrauch-Rückstände. Simon sensibilisierte die Einsatzkräfte dafür, wie wichtig es ist, die Schadstoffe nicht über die Haut oder die Atemwege aufzunehmen – die sogenannte Inkorporation von Giftstoffen ist auszuschließen.
Ein großer Punkt der Schulung war die Vermeidung von Kontaminationsverschleppung: Die Einsatzkräfte wurden daran erinnert, kontaminierte Kleidung noch an der Einsatzstelle abzulegen. Ziel ist es, dass Ruß und gefährliche Schadstoffe gar nicht erst in die Mannschaftskabinen der Fahrzeuge gelangen, um die Gesundheit der Kameradinnen und Kameraden langfristig zu schützen.
Wie aktuell dieses Thema ist, zeigte sich kurz nach Ende der Theorieeinheit. Rund eine Stunde später lösten die Funkmeldeempfänger aus: Ein Kaminbrand forderte das Eingreifen der Feuerwehr. Hier konnten die gerade erst aufgefrischten Abläufe zur Hygiene und zum Atemschutz unmittelbar unter realen Bedingungen angewendet werden.
Bereits am Vormittag war die Feuerwehr bei einem größeren Brand gefordert. Ein Holzschuppen direkt neben einem Hauseingang stand in Flammen. Die enorme Hitze hatte bereits eine Fensterscheibe des Wohnhauses zum Bersten gebracht, wodurch das Feuer auf das Gebäude überzugreifen drohte. Die oberste Priorität lag bei der Menschenrettung: Die Einsatzkräfte retteten eine Bewohnerin aus dem verrauchten Haus und übergaben sie zur Versorgung an den Rettungsdienst. Während ein Teil der Mannschaft das Feuer im Außenbereich löschte, ging ein weiterer Trupp mit Atemschutzgeräten ins Gebäude, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Um sicherzugehen, dass keine verborgenen Brandnester zurückblieben, musste im Anschluss die Fassadendämmung des Hauses teilweise geöffnet und kontrolliert werden.
Bei den Einsätzen ergab sich ein wichtiger Hinweis für die Bevölkerung, besonders mit Blick auf die winterliche Witterung. Damit die Feuerwehr im Ernstfall schnell an Löschwasser gelangt, müssen die Hydranten (die ovalen Deckel im Boden) jederzeit zugänglich sein. „Wir bitten alle Anlieger, im Rahmen ihrer Räumpflicht darauf zu achten, dass Hydranten nicht unter Schneebergen begraben oder durch Eis blockiert werden“, bittet die Feuerwehr. „Im Brandfall zählt jede Sekunde – eine mühsame Suche nach Wasserentnahmestellen unter der Schneedecke kostet wertvolle Zeit.“
Bild: So ist es richtig: ein Atemschutzgeräteträger beim Auskleiden, vorschriftsmäßig mit Einmal-Handschuhen. Foto: Nico Beyer
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