Waldbrunn-Ellar. Als Eduard Jost vor einem halben Jahrhundert die Jugendfeuerwehr Ellar gründete, war er ein Vorreiter. Das Dorf war das erste im gesamten Landkreis mit einer eigenen Organisation für junge Brandschützer ...

Wehrführer Dennis Breithecker (rechts) sowie Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzender Thomas Schmidt und Kreisjugendfeuerwehrwartin Brigitte Kintscher ehrten Sven Polke, Eduard Jost, Jasmin Sauder, Marie Rudersdorf und Kevin von Holten (von links) für ihr Engagement in der Jugendarbeit - Foto: Heike LachnitBild: Wehrführer Dennis Breithecker (rechts) sowie Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzender Thomas Schmidt und Kreisjugendfeuerwehrwartin Brigitte Kintscher ehrten Sven Polke, Eduard Jost, Jasmin Sauder, Marie Rudersdorf und Kevin von Holten (von links) für ihr Engagement in der Jugendarbeit - Foto: Heike Lachnit

 50 Jahre

Von HEIKE LACHNIT

Vor 50 Jahren gründete sich auf Anregung von Eduard Jost die Jugendfeuerwehr Ellar, die erste überhaupt im Landkreis. Der 50. Geburtstag wurde am Sonntag groß gefeiert. Eduard Jost habe vor 50 Jahren die Idee und den Mut gehabt, eine Jugendfeuerwehr zu gründen, sagten die zahlreichen Gratulanten aus der Politik, dem Feuerwehrwesen und der Vereinsfamilie. Er habe damals nicht die Möglichkeit gehabt, sich auf ein erfahrenes Umfeld zu stützen, so Thomas Schmidt, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Limburg-Weilburg. Umso erstaunlicher sei es, dass er eine Flamme entzündet habe, die bis heute brennt, beschrieb es Bürgermeister Peter Blum (parteilos).

Mindestalter 16 Jahre

Eduard Jost kann sich sehr gut erinnern, wie das damals war. In die Feuerwehr durften die Jugendlichen erst mit 16 Jahren. „Damals sind die Jugendlichen eingetreten und waren direkt mit bei den Aktiven dabei“, erinnert er sich. In Ellar kam der besondere Umstand hinzu, dass die Feuerwehr einen Spielmannszug hatte. Durch diesen kamen viele Jugendliche zu den Brandschützern, obwohl sie noch keine 16 Jahre alt waren. „Von diesen Jugendlichen ging der Wunsch aus, auch bei der Feuerwehr mitzumachen“, erzählt Jost weiter. Er setzte sich deshalb dafür ein, dass eine Jugendfeuerwehr gegründet wurde. Als Argument führte er an, dass so qualifizierter Nachwuchs für die Einsatzabteilung herangezogen werden kann. „In der Gegenwart die Feuerwehr von Morgen sichern“ – dieses Motto begann damals langsam umgesetzt zu werden. Am 10. Februar 1968 wurde die Jugendfeuerwehr Ellar offiziell gegründet. Das war damals nicht nur in der Region etwas Besonderes, in ganz Deutschland gab es erst 295 Jugendwehren. Heute sind es allein im Landkreis Limburg-Weilburg mehr als 100 Jugendwehren.

„Der Anfang war holprig“, erinnert sich Jost, „denn wir mussten uns mit den Themen auseinandersetzen und uns überlegen, was wir mit den Jugendlichen anfangen.“ Zudem erlebte er als Jugendwart auch Generationenkonflikte, denn die Jugendlichen taten sich schwer damit, sich bei den Älteren unterzuordnen. Zehn Jahre lang übte Eduard Jost das Amt des Jugendwarts aus und übergab es 1977 an seinen Nachfolger Helmut Lorenz.

Aktive Mädchen

Auf 50 Jahre aktive Jugendarbeit kann die Feuerwehr Ellar heute zurückblicken. Zu keiner Zeit ruhte sie, sondern wurde stetig ausgebaut. Waren es am Anfang nur kleinere Übungen, trifft sich die Jugendfeuerwehr inzwischen regelmäßig zu Übungen, aber auch zu Ausflügen und anderen Veranstaltungen. Anfang der 90er Jahre wurden erstmals vier Mädchen in die Jugendfeuerwehr aufgenommen. Dies war in Ellar dann auch der Durchbruch für Frauen bei der Feuerwehr. „Heute können wir stolz auf sieben Mädchen bei der Jugendfeuerwehr und vier aktive Feuerwehrfrauen sein“, berichtet der aktuelle Jugendwart Sven Polke, der seit 2008 im Amt ist. „Ich hoffe, dass unsere Jugendfeuerwehr weiterhin genauso motiviert und vielzählig auftritt, wie ich sie bisher kennengelernt habe“, sagt er.

Schirmherr Klaus Rohletter richtete seinen Dank an alle, die in den vergangenen 50 Jahren die Bereitschaft zeigten, die Jugendfeuerwehr aufzubauen und mit Leben zu füllen. Sie opferten nicht nur viele Stunden ihrer Freizeit, um im Ernstfall Leben und Sachwerte zu beschützen, so Rohletter, sondern seien auch eine starke Säule des gesellschaftlichen Lebens. Als Geschenk überreichte er eine Spende von 1383 Euro, mit dem für die Jugendlichen Allwetterjacken angeschafft werden sollen.

Besondere Ehre

Für seinen Verdienst um die Jugendfeuerwehr wurde Eduard Jost geehrt. Brigitte Kintscher, Kreisjugendfeuerwehrwartin, durfte die Ehrungen übernehmen. „Ich verneige mich vor dir, und es ist mir eine besondere Ehre“, sagte sie, als sie die Ehrennadel der Kreisfeuerwehrjugend in Gold an den sichtlich gerührten Eduard Jost überreichte. Weiterhin wurden Kevin Holten, Marie Rudersdorf und Jasmin Sauder für ihr Engagement für die Jugend mit der Ehrennadel in Silber ausgezeichnet. Der aktuelle Jugendwart Sven Polke erhielt die Floriansmedaille der Hessischen Feuerwehrjugend in Silber.

Glückwünsche überbrachten auch der Bundestagsabgeordnete Martin Rabanus (SPD), die Landtagsabgeordneten Joachim Veyhelmann (CDU) und Tobias Eckert (SPD), der Erste Kreisbeigeordnete Helmut Jung (SPD), Kreisbrandinspektor Georg Hauch, Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich (CDU), die Vorsitzende von der Notfallseelsorge Hedi Sehr sowie Gemeindejugendfeuerwehrwart Torsten Beck. Anschließend an den Festkommers gab es eine Fahrzeugausstellung sowie eine Schauübung der Jugendfeuerwehr.

Vergangenheit und Zukunft: Eduard Jost (rechts) setzte sich vor 50 Jahren dafür ein, dass in Ellar eine Jugendfeuerwehr gegründet wurde. Heute ist Sven Polke dort Jugendwart. Bild: Vergangenheit und Zukunft: Eduard Jost (rechts) setzte sich vor 50 Jahren dafür ein, dass in Ellar eine Jugendfeuerwehr gegründet wurde. Heute ist Sven Polke dort Jugendwart - Foto: Heike Lachnit

Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.

 

 

 


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